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Chronik Oberösterreich
07/31/2020

Überfallopfer erholte sich nie mehr vom Mord an seiner Frau

Das Urlauber-Paar wurde 1990 überfallen. René Widdershoven starb nun 56-jährig.

Von Gerhard Lukesch

René Widdershoven, im August 1990 ein Opfer eines Mordanschlages in Oberösterreich, ist tot: Der Holländer starb im Alter von 56 Jahren in Kerkrade in seinem Heimatland. Der Mann erholte sich nie von der Attacke auf ihn und dem Mord an seiner Frau Gabrielle (27).

Vor 30 Jahren erschütterte das Verbrechen in Oberösterreich ganz Europa: Es war am 23. August 1990, als in einem Wald bei Ohlsdorf nahe Gmunden ein halb vergrabener Mann mit blutdurchtränkter Kleidung gefunden wurde. Er hatte durch Hackenhiebe lebensgefährliche Kopfverletzungen erlitten.

Rast in Pucking

Der Mann wurde damals in letzter Sekunde gerettet, rang tagelang im Linzer Wagner-Jauregg-Krankenhaus um Leben und Tod und die Kriminalisten der Gendarmerie in Oberösterreich konnten nur mühsam die Identität des Opfers nach intensiven Recherchen klären: Es war der damals 27-jährige René Widdershoven, der sich mit seiner Frau Gabrielle mit einem Wohnmobil auf der Fahrt nach Ungarn befunden hatte. Bei einer Rast in Pucking auf einem Parkplatz wurden die holländischen Urlauber von den Slowaken Jan M. (48) und Lubor M. (31) überfallen.

René Widdershoven lockten sie zuerst in ihr Wohnmobil und schlugen ihn mit einer Hacke nieder. Dann vergewaltigten sie Gabrielle und erwürgten sie. Die Leiche verscharrten sie unter Heu auf einem anderen Autobahnparkplatz.

René Widdershoven erlangte Ende September das Bewusstsein wieder, konnte sich jedoch an nichts erinnern. Seine Frau Gabrielle blieb verschwunden. „Es war einer der schlimmsten Fälle, die ich in meiner Dienstzeit erlebt hatte“, erinnert sich ein damaliger Ermittler. „Wir waren uns klar, dass die Frau tot sein muss.“

Leiche im Gebüsch

Dann die entscheidende Wende: Ende September wurde der geraubte Campingwagen der Opfer bei Pilsen in Tschechien von der Polizei gefunden – die Spur führte zu Jan M. und Lubor M. Die beiden Verdächtigen wurden verhaftet und von tschechischen und österreichischen Ermittlern befragt.

Zunächst schwiegen sie, dann gestanden sie das Verbrechen, beschuldigten sich jedoch gegenseitig. Nach den Vernehmungen wurde die Leiche von Gabrielle am 11. Oktober 1990 in einem Gebüsch beim Parkplatz St. Georgen im Attergau auf der Westautobahn (OÖ) unter Heu und Ästen gefunden.

Jan M., der 1990 unmittelbar vor dem Verbrechen in Österreich nach elf Jahren Haft nach einem Mord in der Slowakei entlassen worden war, und Lubor M. wurden 1991 in der Slowakei zu lebenslanger Haft verurteilt. Im Jahr 2018 stellten beide Anträge auf eine bedingte Freilassung aus der Haft, was abgelehnt wurde.

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