Täter konnten Mittwochabend nach Überfall im Franckviertel unerkannt flüchten

© APA/LUKAS HUTER

Chronik Oberösterreich
11/07/2019

Überfälle in Linz: Zufällige Häufung oder Ausländerkriminalität?

Pensionist soll von drei Jugendlichen niedergestoßen und beraubt worden sein. FPÖ-Stadtrat sieht Problem mit "Ausländergewalt".

von Wolfgang Atzenhofer

Ein neuer Gewaltexzess von vermutlich jugendlichen Tätern, diesmal gegen einen  Pensionisten, lässt in Linz die kochende Debatte über Jugendkriminalität nicht verstummen. Wie die Polizei bestätigte, ist am Mittwochabend im Linzer Franckviertel ein 66-Jähriger niedergestoßen und beraubt worden.  In den vergangenen Wochen ist  es im Linzer Stadtgebiet  zu mehreren Vorfällen mit Jugendlichen, die oft auch migrantischen Hintergrund haben, gekommen.

Mit seinem Gehstock  setzte sich der 66-Jährige zur Wehr, nachdem er von  vermutlich drei Jugendlichen in der Fröbelstraße im Franckviertel niedergestoßen worden sein soll. Dennoch dürfte  es den Angreifern gelungen sein, die Geldbörse des Mannes mit 50 Euro Inhalt zu rauben, hieß es seitens der Polizei. Die unbekannten Täter flüchteten. Die Hilferufe des am Boden liegenden Opfers hörte ein Anrainer, der zu Hilfe eilte.

Vorfälle

Debatten um gewalttätige Jugendliche hat es  schon am Wochenende gegeben. Samstagabend haben fünf Jugendliche in der belebten Linzer Landstraße zwei junge Männer, 21 und 22 Jahre alt, provoziert und schließlich ohne Anlass niedergeschlagen und krankenhausreif geprügelt. Vier Burschen des verdächtigen Quintetts im Alter von 14 bis 19 Jahren waren Ausländer.  Sie wurden kurz nach der Tat von der Polizei erwischt und angezeigt.

Mitte der vergangenen Woche war  eine 16-jährige Verdächtige mit drei jungen Komplizen beim Überfall auf einen Linzer Taxifahrer gescheitert. Das Mädchen, das erst vor Kurzem aus einer Haft entlassen worden war, konnte wenig später mit einem weiteren Verdächtigen von der Polizei geschnappt werden.

Jugendstrafgesetz

Für den Linzer Sicherheitsstadtrat  Michael Raml, FPÖ,  stecken hinter  der zunehmenden Häufung an Gewaltdelikten  „ein Problem mit Ausländergewalt“ und zu lasche Gesetze gegen Jugendkriminalität. Zunehmende Respektlosigkeit sei zuletzt von der Polizei beklagt worden. Außdem würde es aufgrund des Jugendschutzes auch zu wenig   Zugriffsmöglichkeiten  auf immer wieder strafrechtlich anfallende Jugendliche geben. Raml fordert deshalb eine Reform des Jugendstrafrechts.

Bei der Polizei Linz will man die aktuellen Geschehnisse vorerst nicht kommentieren. „Man analysiere die Anzahl der Linzer Vorfälle gerade, bevor man sie bewerten wird“, heißt es aus der  Landespolizeidirektion Oberösterreich.

Dass Jugendgewalt zu einem städtischen Hauptproblem aufwallt, glaubt Erich Wahl, der Geschäftsführer des „Vereins Jugend und Freizeit“ jedenfalls nicht. Mit gut 60  Pädagogen, Streetworkern und Betreuern wickelt die Organisation die offene Jugendarbeit in Linz ab. „Ich glaube, es handelt sich um eine zufällige Häufung von Ereignissen. Es schaut nicht danach aus, dass da eine Jugendgewaltwelle aufpoppt“, sagt Wahl.

Deutlich sichtbar sei allerdings auch, dass  Jugendliche  mit Migrationshintergrund - hauptsächlich auch aus dem Asylbereich-  unter  fehlenden Integrationsmaßnahmen leiden. „Ungewissheit und Angst, ob und wie lange sie noch in Österreich sein können, führen  zu einer Perspektivenlosigkeit“,  schildert Wahl. Die führe dann auch oft zu Aggressionen.

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