Chronik | Oberösterreich
05.12.2011

Tausende stürmten neue Straßenbahn

Die Fahrgäste kommen jetzt in zwölf Minuten vom Harter Palteau zum Linzer Hauptbahnhof.

Tausende Besucher strömten gestern, Samstag, Vormittag zur Eröffnung der neuen, verlängerten Straßenbahnlinie 3 in die Remise nach Leonding. Bei Würsteln und Blasmusik wurde das 5,3 Kilometer lange Teilstück zwischen dem Linzer Hauptbahnhof und dem Harter Plateau gebührend eingeweiht.
"Erstmals geht in Österreich eine Straßenbahn über die Stadtgrenzen hinaus. Wir haben es geschafft, ein Pilotprojekt für die Zukunft zu realisieren", freute sich LINZ-AG-Generaldirektor Alois Froschauer. Verkehrslandesrat Hermann Kepplinger (SP) sieht die Erschließung der Region als ein Leuchtturmprojekt für den öffentlichen Verkehr: "Wir überlegen derzeit eine Straßenbahn, die nach Gallneukirchen und in weiterer Folge nach Pregarten fährt."
Die genehmigten 150 Millionen Euro für das Projekt wurden beim Bau um zehn Millionen Euro unterschritten. Das Land Oberösterreich übernahm 80 Prozent der Kosten, den Rest die Stadtgemeinde Leonding. "Wer das Harter Plateau von früher kannte, weiß, dass die neue Straßenbahn zur Entwicklung des Stadtteils sehr wichtig war", sagte der Leondinger Bürgermeister Walter Brunner (SP).
Um kurz nach 12 Uhr Mittag setzte sich die erste und mit vielen Neugierigen vollbesetzte Straßenbahn unter lautem Beifall in Bewegung, womit auch der reguläre Taktfahrplan in Betrieb ging. 12 Minuten sind die Fahrgäste nun ins Linzer Zentrum unterwegs.

Süden

Die Strecke wird sich zukünftig noch weiter in Richtung Süden erstrecken. In zwei Jahren soll der Spatenstich für die Verlängerung einer neuen Trasse bis nach Traun erfolgen. Landeshauptmann Josef Pühringer (VP) kündigte bei der Eröffnung zudem an, dass sie in weiterer Folge nach Ansfelden verlängert werde. "Die Verantwortlichen der Stadt Linz haben erkannt, dass der Bezirk Linz Land große Zukunft hat", zeigte er sich dankbar. Das Wirtschaftswachstum im Zentralraum lasse sich nicht von der Mobilität entkoppeln.

Kritik

Zur Inbetriebnahme der neuen Strecke wurde auch Kritik laut. Für FPÖ-Klubobmann Günther Steinkellner ist es unverständlich, dass "die Bim einige hundert Meter vor den Einkaufszentren im Nirvana endet". Gerda Lenger von den Grünen kritisierte die Einstellung der Buslinien 14 und 15.