Bei den Ski-Händlern entfällt mittlerweile etwa die Hälfte des Absatzes auf Verleih-Ski. Die Produzenten setzen vermehrt auf Komplettausstattungen.

© KURIER/Jeff Mangione

Zwischenbilanz
03/15/2015

Ski-Firmen bleiben optimistisch

Später Schnee drückte auf Absatz – Umsatzbringer sind Ski-Verleih, Internet und komplette Sets.

von Daniel Scheiblberger

Für die heimischen Hersteller und Händler von Wintersportartikeln war es eine Zitterpartie. Denn auch heuer ließ der Winter wieder lange auf sich warten. "Noch im Dezember war die Stimmung in der Branche sehr schlecht", sagt Johann Pötscher, Intersport-Händler und Branchensprecher in der Wirtschaftskammer. "Doch mit dem Schneefall seit Jänner ist es dann bei den meisten umsatzmäßig stark bergaufgegangen." Pötscher betreibt mit 60 Mitarbeitern Fachgeschäfte in Freistadt, Ottensheim, Rohrbach und am Hochficht – "für heuer sollte sich ein Umsatzplus ausgehen".

60 Prozent Verleih-Ski

Holger Schwarting, Vorstand der Händlervereinigung SPORT 2000 mit Sitz in Ohlsdorf, weiß Ähnliches zu berichten. "Seit Jänner haben wir ins Plus gedreht." Dabei spiegle sich der generelle Trend zum Ski-Verleih bei seinen 210 Fachhändlern besonders stark wider. "Fast 60 Prozent des Absatzes entfällt bereits auf diesen Bereich." Und noch ein anderer Trend sei zu beobachten. "Auf unserer Internet-Plattform haben wir Absatzsteigerungsraten von 45 Prozent im Vergleich zur vergangenen Saison, bei Smartphonebuchungen satte 93 Prozent." Noch im vergangenen Jahr sah es für den Sportartikelhandel etwas mager aus. Im Bundesschnitt sind die Umsätze 2014 laut KMU Forschung Austria real um 2,5 Prozent zurückgegangen.

Ob sich der heimische Markt nach der Übernahme von Sport Eybl durch den britischen Diskonter Sports Direct verändert hat? "Ja, ich denke, das hat uns zusätzliche Umsätze eingebracht", meint Pötscher. Denn Kunden würden Fachberatung mehr denn je zu schätzen wissen.

"Wenig Nachorder"

Wie schaut es heuer bei den oö. Ski-Herstellern aus? "Durchwachsen", meint Franz Föttinger, Chef von Fischer Sports mit Sitz in Ried im Innkreis. Heuer hätte es wenige Nachorder von den Händlern gegeben. "Der Jänner und Februar ist aber gut gelaufen. Wir sind optimistisch." Dennoch: Auch wegen des schneearmen Vorjahrs werde der Umsatz bei Fischer heuer weltweit (Geschäftsjahr endet am 2. Februar) voraussichtlich von 186 auf 160 Millionen Euro sinken. Der Skiabsatz gehe weltweit zurück, Skischuhe und andere Wintersportartikel seien neue Umsatzbringer. Laut dem Verband der Sportartikelerzeuger VSSÖ wurden 2012/’13 österreichweit rund 346.000 Paar Ski an den Sportfachhandel und den Ski-Verleih verkauft, vergangene Saison waren es 366.000 Paar.

Vor Weihnachten sei die Situation nicht gut gewesen, heißt es auch beim Tourenskihersteller Hagan mit Sitz in Antiesenhofen im Innviertel. Doch insgesamt könne man bis dato zufrieden sein, "auch wenn es heuer keine Butter aufs Brot gibt. Die vergangenen Jahre hatten wir immer Steigerungsraten von rund zehn Prozent", erklärt Hagan-Boss Franz Siegesleuthner. Der Trend gehe bei den Erzeugern in Richtung Komplettausstattung – Ski, Schuhe und Bindung. Durch die Übernahme von Eybl seien Umsätze weggefallen. "Wir wissen nicht, wer das auffangen soll." Hagan verkauft jährlich rund 20.000 Paar Tourenski und 10.000 Paar Bindungen. Der Umsatz liegt derzeit bei rund 6,3 Millionen Euro.

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