Das oberösterreichische Quintett und ihre Betreuer bei der Verabschiedung durch Landeshauptmann Thomas Stelzer: (v.l.) Patrick, Oriold, Ute Zeilinger, Susanne Kramer, Johannes Binder, Fabian Schneider, Thomas Stelzer, Lea Gschwandtner, Herbert Stephan Maier, Präsident Jürgen Winter, Günter Mayrhuber.

© Lisa Schaffner

Chronik | Oberösterreich
03/20/2019

Sieger sind sie alle schon jetzt

Susanne Kramer und Günter Mayrhuber aus Peuerbach nehmen an den Special Olympics World Summer Games in Abu Dhabi teil.

In St. Pius, dem Caritas-Haus für Menschen mit Behinderungen in Steegen/Peuerbach im Bezirk Grieskirchen, herrscht zurzeit aufgeregte Vorfreude. Sie nimmt mit jedem Tag zu. Zwei Bewohner stehen vor einer großen Reise und ihrer bisher größten sportlichen Herausforderung: Susanne Kramer und Günter Mayrhuber werden an den Special Olympics World Summer Games teilnehmen.

7000 Wettkämpfer

Das Sportfest für intellektuell beeinträchtige Menschen wird alle vier Jahre ausgetragen und findet heuer von 14. bis 21. März in Abu Dhabi in den Vereinigten Arabischen Emiraten statt. Rund 7.000 Wettkämpfer aus 190 Nationen werden erwartet. Das österreichische Team besteht aus 61 Athleten, dazu kommen 41 Trainer und Betreuer. Oberösterreich stellt fünf Sportler. „Gut Radfahren und eine lustige, spannende Zeit haben“, bringt Günter Mayrhuber seine Erwartungen auf den Punkt. Neugierig ist er auch darauf, was es in der Fremde zu essen gibt. Mayrhuber ist begeisterter Radler und mit 56 der Oldie in der rot-weiß-roten Equipe.

Wie er tritt auch Susanne Kramer im Cycling über 1.000 und 2.000 Meter sowie im Zeitfahren an. Sie wird bei den Spielen 29 und möchte sich zum Geburtstag selbst eine Medaille schenken.

Zwei aus Ried/I.

Zwei Teilnehmer kommen aus dem Bezirk Ried im Innkreis. Die ganze Leidenschaft von Herbert Stephan Maier gehört dem Reiten, das ihm Anerkennung und Wertschätzung im Dorf bringe. Er gewann bei den World Summer Games 2015 in Los Angeles die Silbermedaille im Team-Relay und belegte in der Dressurwertung den vierten Platz. Trainiert werde mangels Halle im Freien und bei jedem Wetter, erzählt er: „Einmal stürzte ich von Pferd, weil es erschrak. Ich stieg aber sofort wieder auf.“

Lea Gschwandtner

Ebenfalls hoch zu Ross und mit hochgesteckten Zielen will es Lea Gschwandtner angehen. Sie peilt Gold an. „Konzentriert bleiben“, nennt sie ihre Devise. An Trainingseifer mangelt es ihr keinesfalls. Auf dem Parkplatz der Firma ihrer Eltern wird das 20 mal 40 Meter Reitviereck aufgebaut, erzählt sie. Um sich den vorgegebenen Parcours einzuprägen, fährt sie diesen mit dem Rad ab. Erschwernis für Maier und Gschwandtner: Sie werden in Abu Dhabi nicht auf ihren gewohnten Pferden antreten, was viel Einfühlungsvermögen erfordert.

Der Routinier im oberösterreichischen Team ist Johannes Binder aus Frankenburg am Hausruck. Er hat bereits an den Sommerspielen 2015 teilgenommen und bei den World Games 2017 eine Goldmedaille im Eiskunstlauf gewonnen. Binder ist Allrounder, betreibt auch Leichtathletik, Langlauf, Bowling und Stocksport – und Fußball. Dieses Mal ist er am Ball. Mit seinem Team möchte er – Dabeisein ist bei weitem nicht alles – Gold holen.

Betreuer

Begleitet werden die Athleten von Patrick Oriold (Trainer Radfahren), Ute Zeilinger (Trainerin Reiten), Fabian Schneider und Joachim Gilhofer (Unified-Partner Fußball) sowie Special Olympics Österreich-Präsident Jürgen Winter.

Die erste Etappe auf dem langen Weg in den Olymp – die offizielle Verabschiedung durch Landeshauptmann Thomas Stelzer – hat das Quintett bereits absolviert. „Special Olympics ist eine weltweite soziale Bewegung, die weit über den reinen sportlichen Leistungsgedanken hinausgeht und darum auch so wertvoll ist“, sagte Stelzer beim Empfang im Landhaus. Er wünschte den Athleten Kraft und Erfolg. Als „Doping“ gab es Linzer Torten.

Autor: Gerhard Marschall