Chronik | Oberösterreich
08.02.2018

"Schwebender" Schutzweg nur ein Marketing-Gag

Interesse aus Deutschland. 3D-Zebrastreifen in Linz bringt wenig für die Sicherheit, sagt FPÖ-Verkehrsstadtrat Markus Hein.

Der im Vorjahr in Linz aufgebrachte erste "schwebende Zebrastreifen" Österreichs findet aktuell verstärkte Aufmerksamkeit in deutschen Medien. In Braunschweig wird überlegt, einen derartigen Schutzweg mit 3D-Effekt anzulegen und so die Sicherheit der Fußgänger zu steigern. Ein Effekt, den der Linzer Verkehrsstadtrat Markus Hein (FPÖ) nach den ersten Erfahrungen in mehreren Interviews allerdings in Abrede stellt.

Vergangenen November wurde der 3D-Schutzweg – eine Idee aus Island – in Linz umgesetzt. "Aus heutiger Sicht zeigt sich, dass sich die Verkehrssicherheit damit nicht steigern lässt", zieht Hein nüchtern Bilanz. Die beiden, wegen der optischen Täuschung als schwebend empfundenen Fußgängerübergänge hätten klare Schwächen gezeigt, sagt Hein. Der optische Effekt sei für Autofahrer nur aus einer Fahrtrichtung erkennbar, womit das System nur für Einbahnstraßen sinnvoll einsetzbar sei. "Man muss auch akzeptieren, dass der Effekt nur bei guten Lichtverhältnissen zur Geltung kommt. Bei Nässe oder Dunkelheit verpufft er vollkommen", beschreibt der Stadtrat.

Wahrnehmung

Zudem habe sich herausgestellt, dass man den wie ein optisches Hindernis wirkenden 3D-Zebrastreifen bei der Anfahrt erst kurz davor und nur bei geringem Tempo und gutem Sichtwinkel wahrnehmen könne, so Hein.

"Für uns ist der 3D-Schutzweg nur ein guter Marketing-Gag", meint der Linzer Stadtpolitiker, dass so zumindest das Thema "Schutzweg" wieder in den Blickpunkt der Öffentlichkeit kommt. Als positiv merkt Hein an, dass es durch die 3D-Übergänge zu keinen negativen Auswirkungen, etwa Auffahrunfällen erschreckter Autofahrer, gekommen sei. Davor hatten Kritiker im Vorfeld gewarnt.

In Linz wolle man die "schwebenden" Zebrastreifen künftig nur mehr aufbringen, "wenn es sich jemand sehr wünscht", kündigt Hein an.