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Chronik Oberösterreich
12/05/2011

Schock nach 21 Jahren: Mann hat vier Kuckuckskinder

Betrogener möchte nun 72.000 Euro Unterhalt zurückfordern.

21 Jahre lang lebte ein 48-jähriger Mann aus dem Bezirk Steyr-Land in dem Irrglauben, er sei der leibliche Vater aller vier Kinder seiner Lebensgefährtin. Gerüchte, dass es die Frau mit der Treue möglicherweise nicht allzu ernst nimmt, gab es im Ort immer wieder. Doch erst als sie sich von ihm getrennt hatte, hörte auch er auf das Getuschel der Leute - und wurde misstrauisch.

Im November 2010 stellte er laut Bezirksrundschau Steyr schließlich einen gerichtlichen Antrag auf einen Vaterschaftstest bei seinem ältesten Sohn. Ergebnis: Ein verheirateter Mann aus dem Ort konnte als dessen leiblicher Vater ausgeforscht werden. Er bekennt sich nun dazu.

Auch bei der ältesten Tochter hatte ein DNA-Test bestätigt, dass sie einen anderen - bisher noch unbekannten - Erzeuger hat. Heuer im Frühjahr ließ der Betrogene daher auch die Vaterschaft seiner zwei jüngsten Kinder prüfen.
Der Schmerz war groß, als er erfahren musste, dass auch der kleinere Bub und das Mädchen nicht von ihm abstammen.

Test

Der 48-Jährige vermutet nun, dass der Vater des ältesten Sohnes vielleicht auch sie gezeugt haben könnte. Er möchte ihn über das Jugendamt zu einem Vaterschaftstest und zur Anerkennung zwingen.
Der Anwalt des Kuckucksvaters hat inzwischen eine Unterhaltsrückforderung in Höhe von 72.000 Euro (für Schulausbildung, Unterhaltskosten, Urlaube, Spielzeug) an den Nebenbuhler eingereicht. Er verspricht sich davon zumindest ein klein wenig Genugtuung.

"Die Männer sind immer die Dummen", betont der 48-Jährige. Er wünscht sich, dass eine gesetzliche Grundlage geschaffen wird, die verpflichtende Vaterschaftstests innerhalb des ersten Jahres nach der Geburt vorschreibt. "Den falschen Vätern und den Kindern könnte man damit viel Leid ersparen."
Sein Leben und das der vier Kinder sei durch die Lügen der Ex-Partnerin massiv beschädigt worden. "Wir haben uns alle Fünf von dem Schock noch nicht erholen können."

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