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Chronik Oberösterreich
12/01/2019

„Schlafen ist die beste Vorbeugung“

Wer gefährdet ist, wie man sich am besten vor Ansteckung schützt und wie die Impfung hilft.

von Claudia Stelzel-Pröll

Etwa 1400 Menschen starben in der vergangenen Grippesaison 2018/19 an Influenza – eine erschreckende Zahl. Dennoch herrscht hierzulande immer noch die Auffassung, dass ein bisschen Schnupfen und Fieber doch nicht so schlimm sein können.

„Vor allem ältere Menschen und alle mit chronischen Vorerkrankungen und somit einem schwachen Immunsystem zählen definitiv zur Risikogruppe. Und diese Gruppe ist groß“, erklärt Georg Palmisano, oberösterreichischer Landessanitätsdirektor.

Kein Medikament

Warum kann die Influenza eigentlich zum Tode führen? „Weil die Viren im gesamten Körper zirkulieren und auch andere Organe befallen können. Sprich aus einer Influenza heraus kann sich zum Beispiel eine virale Lungenentzündung entwickeln, die für ältere oder geschwächte Personen tatsächlich tödlich sein kann. Anders als bei einer bakteriellen Lungenentzündung gibt es hier kein Medikament, dass die Vermehrung der Viren im Körper stoppen kann.“

Die ersten Influenza-Fälle wurden bereits gemeldet, „üblicherweise startet damit die Grippesaison, die meist rund um und in den Semesterferien an den Höhepunkt gelangt.“

Wie erkennt man sie eigentlich, diese echte Grippe? „Es beginnt mit Gliederschmerzen, dann kommt rasch hohes Fieber dazu und tatsächlich geht es einem so schlecht, dass man drei bis vier Tage das Bett nicht verlassen kann und will. Danach wird es langsam besser. Nach einer bis zwei Wochen sollte dann alles überstanden sein“, weiß Palmisano, selbst Facharzt für klinische Mikrobiologie und Hygiene. Übertragen wird der Virus durch Kontakt- oder Tropfeninfektion, sprich Husten oder Niesen.

Non-Plus-Ultra

Und wie schützt man sich prophylaktisch am besten vor Ansteckung? „Da gibt es ein absolut wirkungsvolles Mittel: ordentlich ausschlafen. Schlafen ist entscheidend für alle Regenerationsprozesse im Körper und hilft dem Immunsystem immens auf die Sprünge. Schlafen ist wirklich das Non-Plus-Ultra“, sagt Georg Palmisano, und: „Wenn man sich selber nicht gut fühlt und schon merkt, dass etwas im Anmarsch ist, dann bitte nicht noch hundert Hände schütteln oder verschnupft und hustend am Arbeitsplatz herumrennen.“

In Verantwortung für die Allgemeinheit könne man dafür sorgen, den Virus zumindest nicht weiterzugeben.

Impfung: 70 %-iger Schutz vor Ansteckung

Ungefähr zehn bis 14 Tage nach dem Pieks ist der Impfschutz gegeben. Dabei sprechen Mediziner aber nicht von einem 100 %-igen Schutz, sondern – selbst bei passendem Virenstamm – von einem Schutz von rund 70 %. „Aber es gibt aktuell nichts Besseres“, sagt Landessanitätsdirektor Georg Palmisano, und: „Bei dieser Impfung geht es nicht nur um den Selbstschutz, sondern auch darum, nicht zum Überträger des Virus’ zu werden.“
Vor allem für ältere Menschen und jene, die im Gesundheits- und Pflegebereich arbeiten, sei die Grippeimpfung unbedingt zu empfehlen.
Die Durchimpfungsrate bei Influenza liegt derzeit bei unter zehn Prozent, damit ist Österreich Schlusslicht in Europa.

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