Rammerstorfer vor der Rückkehr

Auf den künftigen ORF-Oberösterreich-Chef kommt einiges zu. Er wird wohl Kurt Rammerstorfer (57) heißen.

Nach der Wahl ist vor der Wahl im ORF. Seit Freitag läuft die Ausschreibungsfrist für das neue Team des eben wiedergewählten Generaldirektors Alexander Wrabetz (51). Gesucht werden vier Direktoren für den Küniglberg sowie die neun Landeschefs. Ihr Dienstantritt ist der 1. Jänner 2012. Wer im Landesstudio Oberösterreich künftig das Sagen haben wird, darüber wird seit Wochen kräftig spekuliert - in Linz, aber auch am ORF-Hauptsitz auf dem Küniglberg.
Landesdirektor Helmut Obermayr selbst hat sich offiziell noch nicht festgelegt. Als wahrscheinlichste Variante gilt aber ein Wechsel an der Spitze: Denn Obermayr, Anfang August 62 geworden, ist pensionsberechtigt. Und im ORF mussten im Zuge der letzten Einsparungswelle schon jüngere Mitarbeiter in den vorzeitigen Ruhestand wechseln. Auch ein Nachfolger wäre schon gefunden, heißt es. Es könnte Obermayrs Vorgänger sein: Kurt Rammerstorfer (57). Der gebürtige Linzer war schon ab 1998 Landesdirektor des ORF Oberösterreich, ehe er 2002, in der Ära Monika Lindner, als Hörfunk-Direktor nach Wien wechselte - und Obermayr ihm nachfolgte. Rammerstorfer ist derzeit Chef des Landesstudios in Innsbruck, das er aus einer tiefen Krise führte. Das festigte seinen Ruf als Rundfunk-Manager.

Hinter den Kulissen

Ein gewichtiges Wort mitzureden hat bei der Entscheidung, wer Chef im Linzer ORF wird, Landeshauptmann Josef Pühringer. Und das nicht nur hinter den Kulissen. Laut ORF-Gesetz hat das Land das Recht, eine Stellungnahme zum von Wrabetz vorgeschlagenen Kandidaten abzugeben.
Dass diese Stellungnahme Gewicht hat, dafür hat Oberösterreichs Vertreterin im ORF-Aufsichtsrat, Margit Hauft, gesorgt. Sie hat letzten Dienstag für die Verlängerung von Alexander Wrabetz als Chef des Öffentlich-Rechtlichen gestimmt. Deshalb wird er sich Landes-Wünschen nicht so schnell verschließen nach dem Prinzip: Eine Hand wäscht die andere. Auf den künftigen ORF-Oberösterreich-Chef kommt einiges an Herausforderungen zu. Einerseits musste in den vergangenen Jahren gespart werden, andererseits plant Wrabetz laut Konzept, ein Mehr an Leistungen abzurufen. So überlegt er zusätzliche Sendeflächen etwa für regionale Bürgerforen und ähnliche Talk-Formate. Gleichzeitig sollen in Landesstudios auch neue Produktionstechniken wie etwa der Videojournalismus probiert werden. Ebenfalls in Planung: "Bundesland heute" soll, wie der gesamte ORF 2-Kanal, optisch überarbeitet werden. Aber auch in der bisherigen Fassung kommt die tägliche Landes-Infosendung gut an: 2010 konnte "Oberösterreich heute" auf durchschnittlich 160.000 Zuseher (Marktanteil 54 Prozent) zulegen. Stabil liegt zudem Radio Oberösterreich mit 27 Prozent Marktanteil bei der Gesamtbevölkerung. Und die Internet-Präsenz des Landesstudios verzeichnete 2010 mehr als 60 Millionen Zugriffe.

( Kurier ) Erstellt am 05.12.2011