Chronik | Oberösterreich
31.03.2012

Pyhrn-Priel verliert, "Plastic Valley" wächst

Während das Gebiet um die Bezirkshauptstadt wächst, wird der Süden ausgedünnt. Die Zukunft hängt an den Betrieben.

Plastic Valley" nennt man das Gebiet zwischen Kremsmünster und Micheldorf im Bezirk Kirchdorf. Die kunststoffverarbeitende Industrie, allen voran die Greiner Group mit 1500 Mitarbeitern im Kremstal und 8500 in der ganzen Welt, hat der Region zu diesem Titel verholfen. Fronius International hat sein Stammwerk noch immer in Pettenbach. Weitere große Namen sind die Werkzeugmacher Haidlmair in Nussbach, der Automobilzulieferer TCG Unitech in Kirchdorf und die Baufirma Bernegger in Molln.

Der Norden bietet Arbeitsplätze – dies sei der einfache Grund, wieso junge Menschen auch in Zukunft ins Plastic Valley auswandern werden, sagt der Landesstatistiker Michael Schöffecker. Insgesamt hat der Bezirk in den letzten zehn Jahren ein bescheidenes Wachstum von 350 Einwohnern zu verzeichnen, davon zogen 200 in den letzten zwei Jahren zu. Profiteure sind die Gemeinden rund um die Bezirkshauptstadt und entlang der Pyhrnautobahn. Kirchdorf ist flächenmäßig der zweitgrößte Bezirk Oberösterreichs und mit 55.7000 Einwohnern gleichzeitig der zweitkleinste in der Bevölkerungszahl.

 

Kremstal

Die Gemeinden südlich von Micheldorf verlieren Einwohner, bis auf Roßleithen, Edlbach und Windischgarsten als die am stärksten wachsende  Gemeinde. Mit 2500 Einwohnern sei der Tourismusort im Herzen des Kremstals dicht besiedelt und stoße an die Grenzen der Nachbargemeinden. „Es wird nötig sein, dass in der Siedlungsentwicklung die Ränder verschmelzen und dass wir in der Verwaltung mehr kooperieren", erklärt Bürgermeister Norbert Vögerl (VP).

Von Abwanderung ist die Gemeinde Molln am stärksten betroffen. Bürgermeisterin Renate Rettenegger (SP) war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen. Klare Worte findet der Bürgermeister von Klaus an der Pyhrnbahn, Rudolf Mayr (SP): „Wie fast alle hier im Süden werden wir ausgehöhlt. Es mangelt an Arbeitsplätzen, Nahversorgung und die Kinder werden auch weniger." Seine Hoffnung sind ein neu installiertes Betriebsbaugebiet und günstige Grundstückspreise von 35 bis 50 Euro pro Quadratmeter.  Landesstatistiker Schöfecker prognostiziert den Umlandgemeinden von Kirchdorf ein stetiges Wachstum, rund um die Steyr werde man weiterhin verlieren.

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