Chronik | Oberösterreich
02.01.2012

Polizisten brachten achtjährige Afghanin wieder zu ihrem Vater

Nach sechs Wochen fanden zwei Asylwerber mit Hilfe der Exekutive wieder zusammen.

Sechs Wochen lang bangte ein 36-jähriger Afghane um seine vermisste Tochter – jetzt konnte er das Mädchen dank der Hilfe österreichischer  Polizisten wieder glücklich in seine Arme schließen.
Das Mädchen war am 26. Dezember    ganz alleine und ohne Papiere vor der Betreuungsstelle in Traiskirchen (Niederösterreich) gestanden. Sie heiße Fatima, komme aus Afghanistan und habe ihre Familie verloren, gab die Kleine mit Händen und Füßen  den Polizisten um Chefinspektor Kurt Wagner zu verstehen. Sie  wurde in einem Jugendheim in der Hinterbrühl untergebracht.


Drei Tage später hörte  Wagner am Posten zufällig ein Telefongespräch mit Kollegen aus  OÖ mit. Im Erstaufnahmezentrum St. Georgen im Attergau gäbe es einen afghanischen Flüchtling, der  seine kleine Tochter suche. „Der Vater wollte mit Hilfe eines Dolmetschers Abgängigkeitsanzeige erstatten“, sagt Josef Achleitner, Kommandant des Postens Thalham in St. Georgen. Achleitner fragte als Erstes in Traiskirchen an, wo Wagner rasch klar war, dass es sich bei dem Mann nur um Fatimas Vater handeln könnte.  Achleitner: „Die Erleichterung war bei allen Beteiligten groß.“

Polizei-Taxi

„Wir und die Kollegen aus St. Georgen haben sehr gut zusammengearbeitet und uns bemüht, dass die beiden   rasch wieder zusammenkommen.  Nach Rücksprache mit der BH Baden wurde das Mädchen mit einem Streifenwagen   abgeholt und nach St. Georgen gebracht. Drei Stunden nach dem Anruf war Fatima wieder bei ihrem Vater. Beide haben  sich riesig gefreut“, erzählt Wagner.


Ghanbar G. und seine Tochter waren aus ihrer Heimat nach Griechenland geflüchtet, wo sie Mitte November getrennt wurden. Unabhängig voneinander machten sie sich auf die Reise nach Österreich. Der Vater kam in Kärnten an, die Tochter in NÖ. Jetzt hoffen sie auf Asyl.