Chronik | Oberösterreich
18.05.2017

Ordnungsdienst soll in Zivil gegen Bettler auftreten

In Linz sollen Bettler trotz sektoralem Verbot strenger kontrolliert werden

Linz. Das in Teilen der Innenstadt geltende sektorale Bettelverbot soll in Linz mit Beginn der warmen Jahreszeit kontrolliert werden. Deshalb wurden im Aufsichtsrat der Ordnungsdienst GmbH der Stadt Linz (OLS) auch Zivilkontrollen ihrer sonst uniformierten Bediensteten beschlossen. Dies bedarf jedoch zuerst der Zustimmung von Bürgermeister Klaus Luger, SPÖ, als Eigentumsvertreter.

"Professionelle Bettlerbanden verfügen oft über einen Aufpasser. Wenn in Uniformen kontrolliert wird, warnen Kollegen die illegalen Bettler und vereiteln die Kontrollen", berichtet Vizebürgermeister Detlef Wimmer, FPÖ, über jüngste Erfahren. Mobiles Betteln in Menschenmengen, wie bei Veranstaltungen auf der Landstraße, nehmen wieder zu, erklärt Wimmer, der zugleich Aufsichtsratschef des OSL ist.

Die Geschäftsführung der 30-köpfigen OSL-Belegschaft wurde nun ersucht, nach Rücksprache mit Stadtchef Luger Zivil-Kontrollen einzuführen, erklärt Wimmer. Nach abschließenden Absprachen mit der Polizei könnten die Zivilkontrollen in drei bis vier Wochen starten. Bei SPÖ, Grünen und Neos gibt es gegen zivile Stadtwächter Bedenken.

Zeltlager

Erst vor wenigen Tagen hat Wimmer in seiner Funktion als Sicherheitsreferent auf die steigende Zahl von illegalen Zeltlagern der meist aus Ostländer stammenden Bettlergruppen am Linzer Stadtrand hingewiesen. Innerhalb von zehn Tagen wurden vier Lager entdeckt. In einem davon campierten 20 Personen aus Rumänien, darunter sechs Kinder. Auch gegen diese Camps glaubt Wimmer mit zivilen Ordnungshütern effektiver vorgehen zu können.

Zur Drogenproblematik in Linzer Parks, der KURIER berichtete, schlägt Wimmer eine höhere Präsenz von Polizei und Ordnungsdienst vor. Außerdem könnte man der Drogenszene durch teilweise Nachtsperren beliebte Plätze entziehen.