Preisträgerin Olga Kisseleva

© Ars Electronica/DIDIERGOUPY

Chronik Oberösterreich
06/13/2020

Ökologische Projekte ausgezeichnet

Die Kanadierin Andrea Ling und die in Paris lebende Russin Olga Kisseleva sind die beiden Preisträgerinnen des Starts Prize 2020, die von der EU mit jeweils 20.000 Euro dotiert sind und im Rahmen des Ars Electronica Festivals (9.–13. September) überreicht werden.

von Josef Ertl

Der Starts Prize sucht Projekte, die die Zusammenarbeit von Wissenschaft, Technologie und Kunst erfolgreich proben und das Potenzial für Innovationen haben. 1.775 Projekte aus 89 Ländern wurden heuer eingereicht.

Design durch Zersetzung

Lings Projekt heißt „Design by Decay, Decay by Design“, also Design durch Zersetzung und Zersetzung durch Design. Sie verwendet Abfall und nutzt Enzyme, Pilze und Bakterien, um die Produkte zu verändern bzw. zu zerstören. Das Ende ist also von Beginn an mitgedacht. Ling hat das Projekt bei einem Aufenthalt im amerikanischen Biotechnologieunternehmen Gingko Bioworks entwickelt.

Die zweite Preisträgerin ist die Russin Olga Kisseleva, die als Künstlerin in Paris lebt. Sie sucht in ihrem Projekt „EDEN – Ethique – Durability – Ecology –Nature“ nach Möglichkeiten, ausgestorbene oder vom Aussterben bedrohte Pflanzen wieder wachsen zu lassen. Ausgangspunkt war eine mehr als 600 Jahre alte Ulme in Biscarosse (Frankreich), die 2012 dem Ulmensterben zum Opfer fiel. Durch die Kreuzung zweier Ulmenarten entstand ein Baum, der gegen den für das Ulmensterben verantwortlichen Pilz resistent ist. Kisseleva erforschte gemeinsam mit Partnern aus Wissenschaft und Technologie, wie Bäume kommunizieren und versucht mit den daraus gewonnenen Informationen zur Schädlingsbekämpfung beizutragen. Sie macht diese Kommunikation auch für Menschen zugänglich und nutzt sie für Kunstprojekte.