Keine Züge, keine Busse, keine Autos: Die ÖBB wollen die Erhaltung der Linzer Eisenbahnbrücke ab 2014 nicht mehr finanzieren.

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Verkehr
11/26/2013

ÖBB wollen Linzer Eisenbahnbrücke nicht mehr erhalten

Ab März wird die Brücke für Zugsverkehr gesperrt. Ab Sommer vielleicht auch für Pkw.

von Daniel Scheiblberger

Die ÖBB wollen die Linzer Eisenbahnbrücke nicht mehr länger erhalten. Ab März kommenden Jahres sollen keine Züge mehr darüber fahren, mit Schulschluss werden auch die Busse eingestellt. Pkw dürfen die Flussquerung noch bis auf weiteres benutzen, ab dem Sommer könnte aber jederzeit auch damit Schluss sein. Mit dieser klaren Ansage wollen die ÖBB, die kürzlich die Entlassung des 112 Jahre alten Bauwerks aus dem Denkmalschutz erreicht haben, den Druck auf die Stadt Linz und das Land OÖ erhöhen.

Halbe Mio. Euro

„Es ist nicht unsere Aufgabe innerstädtische Straßenbrücken zu erhalten“, heißt es bei den Bundesbahnen, die rund eine halbe Million Euro pro Jahr dafür aufwenden müssten. Man zahle enorm viel Geld, ohne einen Verkehrsnutzen zu haben, da die Zugüberstellung ab nächstem Jahr eingestellt werde. Damit spielt der ÖBB-Konzern den Ball nun an die Stadt Linz und das Land OÖ weiter. Beide könnten die Brücke jederzeit übernehmen, bietet die staatliche Eisenbahngesellschaft an.

Der Linzer Bürgermeister Klaus Luger (SP) zeigt Verständnis für die ÖBB. „Seit 2010 haben sie alle Kosten getragen“, sagt er.
Im Dreiergespann, bestehend aus Stadt, Land und ÖBB-Konzern, solle gemeinsam eine Lösung gefunden werden, damit die Brücke so lange als möglich für Autos, Radfahrer und Fußgänger erhalten bleibe. Für Landeshauptmann Josef Pühringer (VP) hingegen ist eine Dreier-Lösung kein Thema. „Als Eigentümer haben die ÖBB dafür Sorge zu tragen, dass die Eisenbahnbrücke erhalten und auch benutzbar bleibt“, stellt Pühringer klar. Sich dieser Erhaltungspflicht zu entziehen, sei rechtlich gar nicht möglich. Man könne ein Gebäude, das im Landeseigentum stehe, auch nicht einfach verfallen lassen, kritisiert Pühringer.

Damit konfrontiert argumentiert ÖBB-Sprecher Mario Brunnmayr: Die Eisenbahnbrücke sei für die Eisenbahn. Wenn keine Züge mehr fahren, gäbe es für die ÖBB keinen Grund mehr, diese zu erhalten.
Die Stadt Linz will indes neben der alten eine neue Brücke samt neuer Straßenbahnachse bauen, die dann mittels Verschiebetechnik an den alten Standort gerückt wird. Die Kostenschätzungen für dieses Projekt liegen bei rund 60 Mio. Euro.

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