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Chronik | Oberösterreich
03/30/2015

FPÖ-Politiker soll Enkelin missbraucht haben

Der Verdächtige wurde am Samstag festgenommen, er sitzt in der Justizanstalt Wels in Untersuchungshaft.

Ein FPÖ-Lokalpolitiker aus dem Bezirk Wels-Land ist am Wochenende wegen des Verdachts des sexuellen Missbrauchs von Unmündigen (§ 207) und wegen Missbrauchs eines Autoritätsverhältnisses (§ 212) verhaftet worden. „Der Verdächtige wurde am Samstag festgenommen, inzwischen ist über ihn auch die Untersuchungshaft verhängt worden“, bestätigt Christian Hubmer, Sprecher der Staatsanwaltschaft Wels.
Dem Kommunalpolitiker (Name der Redaktion bekannt, Anm.) wird vorgeworfen, sich über einen längeren Zeitraum hinweg an seiner minderjährigen Enkeltochter vergangen zu haben. Er soll das Kind sowohl über- als auch unterhalb der Kleidung im Intimbereich betastet haben.
Laut Hubmer erstreckt sich der mögliche Verdachtszeitraum über rund drei Jahre. Die Ermittlungen werden vom Fachbereich Sitte des Landeskriminalamts OÖ geführt.

KURIER-Informationen zufolge soll es in dem Fall bereits eine längere Vorgeschichte geben – auch ein Kinderschutzzentrum soll eingeschaltet worden sein. Die Familie des Opfers soll den Verdächtigen schließlich dazu gedrängt haben, selbst Strafanzeige zu erstatten. Der Vater des Mädchens informierte am Wochenende auch die Freiheitliche Partei.

Parteiaustritt

FPÖ-Landesparteichef Manfred Haimbuchner, der vergangene Woche auf Skiurlaub war, erfuhr erst Montagfrüh von dem Fall. „Ich hab es zuerst gar nicht glauben können, die Nachricht hat mich tief erschüttert“, sagt Haimbuchner. Er kenne den Verdächtigen seit vielen Jahren. Der Mann habe über alle Parteigrenzen hinweg stets einen guten Ruf genossen. „Leider kann man in niemanden hineinschauen.“

Seit Samstag sei der Verdächtige kein Parteimitglied der FPÖ mehr. „Er hat mündlich seinen Austritt erklärt und auch alle politischen Ämter zurückgelegt.“ Haimbuchners ganzes Mitgefühl gilt nun der Opferfamilie: „Sie kann mit unserer Hilfe rechnen.“ Sollten sich die Anschuldigungen gegen den Großvater bewahrheiten, müsse die Justiz mit aller Härte vorgehen. Haimbuchner: „Bei derart abartigen Taten wäre ein Pardon fehl am Platz.“