Chronik | Oberösterreich
30.06.2017

Mordalarm in Linz: Totes Ehepaar gefunden

Verdächtiger stellte sich. Motiv und Hintergründe der Tat sind noch völlig unklar. Die Polizei geht von einem Doppelmord aus.

Mutmaßlicher Mörder stellte sich nach der Bluttat der Polizei. Rätsel um das Tatmotiv. Die entsetzten Gesichter der Nachbarn sprechen Bände. In einer idyllischen Wohnsiedlung am Rand des Linzer Stadtteils Urfahr wurde Freitagvormittag ein betagtes Ehepaar ermordet. Der mutmaßliche Täter dürfte zuerst versucht haben, seine Tat zu verschleiern und das Haus der Opfer in Brand gesteckt haben. Doch wenig später stellte er sich selbst auf einer Linzer Polizeiinspektion.
Obwohl der mutmaßliche Täter rasch bekannt war, taten sich für die Kriminalisten rund um den furchtbaren Tod der 85-jährigen Hilde Sch. und ihres 87-jährigen Mannes Siegfried Sch., einem pensionierten Juristen, viele Fragen auf. Der rund 50-jährige Mann, der sich auf der Inspektion Nietzschestraße stellte, war nicht mit den Opfern verwandt. Laut Informationen der Polizei handelt es sich um einen Linzer Lebensmittelhändler, dessen Motiv vorerst völlig unklar ist.

„Es ist unfassbar, das waren so nette Menschen“, ist Nachbar Stefan Jungwirth geschockt. Er war durch den verwachsenen Aufgang zum Wohnhaus des getöteten Paares gestürmt. Er hatte mitbekommen, wie eine Nachbarin des Paares Alarm geschlagen hatte. „In unserer Straße fand gerade eine Fahrradprüfung mit Kindern und einem Polizisten statt. Ihm meldete die Nachbarin das Feuer“, erzählt Jungwirth. Er habe den Rauch im Haus und Glasscherben beim Eingang bemerkt. Wenig später seien auch schon Einsatzkräfte der Berufsfeuerwehr Linz in das Brandobjekt gestürmt. „Man hat gleich an den Gesichtern der Feuerwehrleute gesehen, dass da etwas Schlimmes passiert sein muss“, erinnert sich Jungwirth.
Tatsächlich sollen sowohl die Feuerwehrleute als auch der mitalarmierte Notarzt sofort einen Kriminalfall gemeldet haben, als sie das tote Paar in der Küche entdeckt hatten, berichtet Polizeisprecher David Furthner.Die beiden Senioren sollen durch massive Gewalteinwirkung gestorben sein. Furthner berichtete, dass die Nachbarin durch einen explosionsartigen Knall aufmerksam geworden sei. Als sie nachschaute, bemerkte sie den Rauch in dem Haus.
Laut ersten Ermittlungsergebnissen soll der Täter eine brennbare Flüssigkeit im Haus verteilt und Feuer gelegt haben. Über das Motiv seiner Tat machte der offenbar geständige Mörder auf der Polizeiinspektion jedoch keine Angaben. Über die Ergebnisse der ersten Einvernahmen gab es seitens der Polizei vorerst keine Angaben.