Tabakfabrik Theater Schäxpir

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Festival
06/15/2013

Mittendrin statt nur dabei: „Schäxpir“ kennt keine Tabus

Vom Märchen bis zu Liebe, Sex und Gewalt: Das Festival taucht tief in junge Lebenswelten ein.

von Raffaela Lindorfer

Zwischenmagazin B in der alten Tabakfabrik in Linz. Es riecht nach alten Schuhen. Eine dicke Staubschicht liegt auf dem knallgelben Geländer rund um eine Rampe. Regisseurin Claudia Seigmann wischt ihn weg, lehnt sich an und lässt den Blick über ihre Bühne schweifen: Am 26. Juni feiert sie hier mit dem Stück „Stadtrauschen“ Premiere.

Jeweils sechs junge Laienschauspieler aus Linz, Graz und Wien zeigen darin, wie es sich als Jugendlicher in einer Stadt lebt. Dabei wird jeder noch so verstaubte Winkel des Magazins erobert.

„Stadtrauschen“ ist eine von acht Uraufführungen im Rahmen von Schäxpir, dem internationalen Theaterfestival für junges Publikum.

Von 20. bis 30. Juni gibt es in der Landeshauptstadt 230 „Theatererlebnisse“ für jede Altersgruppe. Und dabei ist alles erlaubt: Von kindgerechten Märchen über lockeren Teenie-Stoff bis hin zu Liebe, Sex und Gewalt, erklärt Festivalleiterin Renate Plöchl: „Schäxpir hat die Chance, durch seine Unmittelbarkeit die Lebens- und Gefühlswelt von Kindern und Jugendlichen abzubilden. Davon haben auch Erwachsene etwas.“

Lebenshilfe

So könne beispielsweise die belgische Koproduktion „Chicks for money and nothing for free“ eine Art praktische Lebenshilfe für Mütter pubertierender Söhne sein. „Da stehen fünf junge Männer nackt auf der Bühne und lassen wirklich kein Detail über ihre Begierden aus.“

Es sei gerade die Vermittlung schwer verdaulicher Themen, der sich das zehnköpfige Team im Auftrag des Landes OÖ stellt. „Theater kann das am besten“, betont Plöchl, die das Festival heuer zum zweiten Mal leitet.

Die Idee, auch den öffentlichen Raum und versteckte Winkel zu bespielen, kommt von dem Trend des „site-specific-theatre“, der sich in der jungen Szene weltweit größter Beliebtheit erfreut. „Dabei passt sich das Theater an die örtlichen Begebenheiten an. Der Raum spielt im Stück also eine tragende Rolle“, erklärt Plöchl.

So steht etwa ein Raumschiff im Ursulinensaal, an der Straßenbahnhaltestelle Unionkreuzung wird statt gewartet getanzt , in einer finsteren Halle der Tabakfabrik wird ein Boxring aufgestellt, und das Zwischenmagazin wird zum Tummelplatz für Pubertierende.

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