Beim Unfall bei Ansfelden am Mittwoch brannte das Motorrad völlig aus, der Fahrer wurde leicht verletzt  

© Matthias Lauber

Chronik Oberösterreich
04/04/2019

Mit Kampagne den Bikern ins Gewissen reden

Nach Rekord bei Unfalltoten im Vorjahr soll in Oberösterreich das Motorradfahren sicherer werden.

von Wolfgang Atzenhofer

Wachgerüttelt durch die mit Abstand größte Anzahl an Motorradtoten unter allen Bundesländern im Vorjahr soll in Oberösterreich heuer ein Bündel an Maßnahmen die Opferbilanz niedrig halten. Mit einer Kampagne zum Saisonstart wollen Landesverantwortliche und Verkehrsorganisationen vor allem das Bewusstsein der Biker für vernünftiges Fahren, technisch einwandfreie Fahrzeuge und genügend Fahrpraxis schärfen. Schwere Bikerunfälle, die auch tödlich endeten, hat es auch heuer bereits wieder gegeben.

„Mit 24 Toten bei Motorradunfällen sind wir Spitzenreiter im negativen Sinn“, bekennt Verkehrslandesrat Günther Steinkellner, FPÖ. In Niederösterreich, dem Land mit den zweitmeisten Bikertoten 2018, waren 16 Menschen ums Leben gekommen. Vor allem gelte es, das Bewusstsein für sichere und verantwortungsvolle Fahrweise zu schärfen, so Steinkellner.

Ein provokant zugespitzter Trailer über einen Biker und Vater, der nach einem Crash vom „King der Landstraße“ zum Rollstuhlfahrer wurde, soll im Auftrag des Landes beim Kinobesuch oder bei anderen Gelegenheiten aufrütteln.

Förderung

Den Zweiradrittern soll auch praktisch geholfen werden. Immerhin steigt die Zahl der Motorradfahrer in OÖ massiv. Von 535.000 österreichweiten Zulassungen finden sich mehr als 93.000 in OÖ. In Zeiten der Staus und der Parkplatznot nehmen neben den Freizeitfahrern auch die Alltagsbiker zu. Damit sie alle zum Saisonstart rascher fit für den Straßenverkehr werden, hat das Land heuer die Förderungen für „Warm-up“- und Intensivtrainingskurse in den oö. Fahrtechnikzentren massiv erhöht. Zu Kursen, die je nach Dauer 200 bis 220 Euro kosten, steuere man unbürokratisch 40 oder 75 Euro bei, erklärt Peter Aumayr von der OÖ Verkehrsabteilung. Die Bereitschaft, die eigenen Fähigkeiten am PS-starken Zweirad zu trainieren steige, berichtet ÖAMTC-Instruktor Erich Machtinger.

Pilotprojekt

Auch in technische Unterstützung der Biker auf der Strecke wird investiert. Um rund 100.000 Euro wird auf Bikerrouten in Kurvenausgängen weiter ein Leitschienenunterfahrschutz montiert, der das gefährliche Durchrutschen eines Gestürzten verhindert. 18 Kilometer dieser Konstruktion wurden bereits verbaut. Neu ist ein Pilotprojekt im Mühlviertel: Per Bodenmarkierung wird dort den Fahrern die optimale Fahrlinie in unübersichtlichen Kurven mit Pfeilen signalisiert. Kollisionen mit dem Gegenverkehr sollen so verhindert werden.

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