Chronik | Oberösterreich
09.02.2018

Ministerin will Schutz von Asylwerbern in Lehre prüfen

Sozialministerin Beate Hartinger-Klein,FPÖ, und Landesrat Rudi Anschober, Grüne © Bild: Land OÖ

Anschober übergab die Petition.

Seine Initiative "Ausbildung statt Abschiebung" für den Schutz junger Asylwerber in Lehrstellen will Oberösterreichs Integrationslandesrat Rudi Anschober (Grüne) nun auch bundespolitisch thematisieren. Mit 36.557 Unterschriften im Gepäck konfrontierte er Freitag Sozialministerin Beate Hartinger-Klein (FPÖ) mit der Petition.

In einem laut Anschober konstruktiven Erstgespräch skizzierte er der Ministerin die aktuelle Situation. 727 Asylwerber – davon alleine 305 in OÖ – seien derzeit in ganz Österreich als Lehrlinge in Mangelberufen tätig. In OÖ hat ein Drittel von ihnen mittlerweile einen negativen Asylbescheid in erster Instanz erhalten. Bei Bestätigung in zweiter Instanz drohe die Abschiebung. Die Mühe um die erfolgreiche Integration, aber auch der Aufwand der Wirtschaftstreibenden um die Ausbildung eines dringend benötigten Lehrlings, seien damit umsonst gewesen, beschrieb Anschober.

Er machte die Ministerin auf das deutsche Modell aufmerksam, wo Asylwerber in Lehre für fünf Jahre vor Abschiebung geschützt sind. Hartinger-Klein zeigte sich interessiert und versprach eine sachliche Prüfung.

Auch in seiner Funktion als Umweltlandesrat beschäftigte sich Rudi Anschober gestern mit der Bundespolitik. Die Ankündigung von Verkehrsminister Norbert Hofer ( FPÖ) auf der Westautobahn in Oberösterreich eine acht Kilometer lange Teststrecke für Tempo 140 km/h zu prüfen, lehnte Anschober als ausschließlich umweltschädigend und als für die Autofahrer nutzlos strikt ab.