Lukas Weißhaidinger in Doha

© APA/AFP/KIRILL KUDRYAVTSEV

Leichtathletik
10/05/2019

Lucky Luky, die coole Socke

Ehe er Olympia 2020 anpeilt, ist Lukas Weißhaidinger jetzt einmal nur glücklich

„Ich bin verdammt stolz!“ Der das sagt, ist nicht von Überheblichkeit geplagt. Auch nicht von überbordenden Gefühlsausbrüchen. Da ist einer nur mit sich zufrieden. Lukas Weißhaidinger, Diskuswerfer von Beruf, ist von der Leichtathletik-Weltmeisterschaft in Doha/Katar mit der Bronzemedaille um den Hals heimgekehrt.

Zuerst 66,74 Meter

Der 27-Jährige hat damit ein starkes Kapitel Sportgeschichte geschrieben: Es ist das die erste österreichische WM-Medaille bei den Männern. Mit 66,74 Metern schlug der 150-Kilo-Mann zum Auftakt im Finale einen Pflock ein. „Ein solcher erster Wurf, der die Konkurrenz gleich einmal schreckt, gelingt bei 100 Versuchen einmal“, sagt Weißhaidinger. Mit 66,82 Metern sicherte er sich schließlich Bronze. Müsste er als Zuschauer seinen Auftritt im Finale beschreiben, würde er sagen: „Der war echt eine coole Socke.“

„Bleibe Innviertler“

Bevor es so weit war, hatte Weißhaidinger allerdings seinen Spitznamen „Lucky Luky“ eindrucksvoll bestätigt: Als Zwölfter überstand er die Qualifikation gerade noch. Durchkommen sei der Plan gewesen, denn Höchsteinsatz rechne sich hier nur bedingt. So knapp hätte es dann freilich auch nicht werden müssen. „Vielleicht bin ich das etwas zu cool angegangen.“ Und er gibt zu, dass ihm „schon kurz anders geworden“ sei, als ein Konkurrent nach dem anderen an ihm vorbeizog. Die Qualifikation ist nicht so seines. Zehnter bei der WM 2017 in London, Elfter bei der EM 2018 in Berlin und jetzt gar Zwölfter – eine Serie, immer noch etwas knapper am vorzeitigen Aus vorbei. „Noch einmal geht es ohnehin nicht mehr“, sagt Weißhaidinger und schmunzelt.


Ihn nicht noch einmal so leiden zu lassen, darum hat ihn auch Josef Schopf aus Münzkirchen gebeten, sein erster Trainer und Entdecker. Zu ihm kam Weißhaidinger, da war er gerade einmal dreizehneinhalb. Längst ist Legende, wie der Bursch aus Taufkirchen an der Pram im Bezirk Schärding damals fragte, ob er einmal Weltmeister oder Olympiasieger werden könne. Jetzt trainiert er in der Südstadt bei Wien, wo er von Gregor Högler betreut wird.

Langer, harter Weg

Gemeinsam hätten sie einen langen, harten Weg absolviert und viel investiert. „Wenn man eine Medaille gewinnt, muss man viel richtig gemacht haben.“ Wichtig sei auch gewesen, dass er heuer verletzungsfrei geblieben ist. Das sei auf diesem Level nicht selbstverständlich. „Die Medaille gehört zur Hälfte ihm“, teilt Weißhaidinger den Erfolg mit seinem Coach. Und er würde ihm jederzeit für höhere Aufgaben empfehlen: „Sollte mich einmal jemand nach dem idealen Sportminister fragen, würde ich den Gregor vorschlagen.“

Olympische Spiele in Tokio

Der 24. Juli 2020 ist für Weißhaidinger der nächste wichtige Termin. Da werden die Olympischen Spiele in Tokio eröffnet, für die er sich bereits qualifiziert hat. Aufgrund des späten WM-Termins hat die Saison heuer fast zwölf Monate gedauert, und Tokio kommt vergleichsweise früh. Da bleibt nicht viel Zeit für Regeneration und neuerlichem Formaufbau. Jetzt wird aber erst einmal der Erfolg genossen und gefeiert. Am Freitag steht um 17 Uhr ein Empfang in der Heimatgemeinde an. Die Zeit danach soll Freundin Hanna gehören. Sie kommt aus Sigharting, die beiden wohnen in Wien. „Aber wir sagen beide noch immer, dass wir nach Oberösterreich heimfahren.“ Er ist gut geerdet und weiß auch warum: „Du bringst einen Innviertler von daheim weg, aber du bringst den Innviertler nicht aus ihm heraus.“

Autor: Gerhard Marschall

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