Loch hat nichts mit UFOs zu tun

Das Geheimnis um ein Loch auf einem Acker in Neuhofen im Innviertel wurde Montag gelöst: Es ist ein Schussbohrloch.

Die  Spekulationen waren lebhaft, bunt und fantasievoll, das Ergebnis  hingegen unspektakulär, profan und ernüchternd.
Die Ursache für ein fünf Meter tiefes Loch im Acker, das mehr als eine Woche lang der Bevölkerung in Neuhofen im Innkreis (Bezirk Ried)  Rätsel aufgab, ist weniger geheimnisvoll als   angenommen. Esoteriker,  Weltverschwörungstheoretiker und UFO-Gläubige dürften  enttäuscht sein.

Das Ergebnis, das geologische Untersuchungen am Montag zutage förderten, scheint unumstößlich und banal. Kein Meteoriten-Einschlag, kein UFO-Landeplatz, kein Satelliten-Absturz. „Nichts Extra-Terrestrisches“, bestätigt Geologe Harald Wimmer. Vielmehr  handelt es sich um ein Schussbohrloch, das vor über 40 Jahren von der Rohölaufsuchungs AG (RAG) bei der  Suche nach Erdöl bzw. Erdgas gemacht worden ist.

Echo

Geologe Wimmer und Bürgermeister Augustin zeigten sich über das Ergebnis zufrieden.
© Bild: Fotostudio Manfred Fesl

„Das Loch war ursprünglich 52 Meter tief und ist im September 1969 gegraben worden“, erklärt Wimmer. In die Tiefe sei Sprengstoff hinabgelassen und gezündet worden. „Das wurde alle paar hundert Meter genauso wiederholt.“ Die Schallwellen wurden mit Geophonen gemessen. Aufgrund der Echosignale habe man die Beschaffenheit des Untergrunds bestimmen können. „Man konnte sich ein Bild über mögliche Erdöl- oder Gasvorkommen zu machen.“

Die Löcher seien mit natürlichen Materialen aufgefüllt worden. Wimmer vermutet, dass im Lauf der Jahrzehnte eine unterirdische Wasserader den Schacht ausgehöhlt und den Boden zum Einsinken gebracht habe. Der Geologe inspizierte das Loch mit einer Brunnen-Kamera und fand dabei nichts Metallisches: „Nur Quarzgeröll.“

Bürgermeister Johann Augustin zeigte sich am Montag erleichtert, dass die Spekulationen ein Ende haben. „Ich bin froh, dass jetzt wieder Normalität einkehrt.“ Der 48-Jährige rechnet damit, dass mit der Lösung des Rätsels auch der Ansturm auf die Gemeinde eine Ende findet. Die vergangenen Tage seien vor allem für die Grundeigentümer, die Familie Knoglinger, sehr belastend gewesen – Hunderte Neugierige wollten sich das Loch selbst vor Ort anschauen. Augustin: „Inzwischen scheint fast jeder da gewesen zu sein, der eine Kamera besitzt.“

( Kurier ) Erstellt am 12.03.2012