Chronik | Oberösterreich
05.12.2011

Kopfing Treffpunkt der Fundis

Pfarrer spaltet seine Gemeinde in einige wenige wirklich Gläubige und viele Sünder. Er zieht von überall Fundamentalisten an.

Die Kirche wird immer leerer. Vor allem besuchen keine Kinder und Jugendliche die Messe", sagt Martin Strasser, Mitglied der Aktionsgruppe Kopfing, die gegen den Pfarrer mobil macht. Andreas Skoblicki sorgt mit seinen fundamentalistischen Ansichten für Aufsehen. Laut Strasser werden dadurch viele Gläubige vertrieben. Am vergangenen Sonntag war von schwindenden Messebesuchern allerdings wenig zu bemerken. Die prunkvolle Kirche der Sauwald-Gemeinde war zur Messe gut gefüllt. "Die Menschen sind gekommen, weil sie sehr gespannt waren, was er nach den Medienberichten sagen wird", verweist er auf Beiträge der Bezirksrundschau und des ORF.
Der Pfarrer habe - entgegen seinen Gewohnheiten - diesmal in seiner Predigt nicht die Sünden der Kopfinger gegeißelt. "Wenn er das immer so machen würde, gäbe es keine Probleme", ist Strasser überzeugt. Er vermutet, dass das gemäßigte Auftreten auch auf das Gespräch des Pfarrers mit dem Bischof zurückzuführen ist, das am Donnerstag zuvor stattgefunden hat.
Die Pfarre in Kopfing ist gespalten in Befürworter und Kritiker des Pfarrers. "Er unterteilt die Gemeinde in einige wenige Gläubige und in jene, die vom Satan besessen sind", erzählt Johann Weibold, ebenfalls von der Aktionsgruppe Kopfing.
Die Initiative habe sich zusammengeschlossen, nachdem Bischof Ludwig Schwarz im Februar die Gemeinde visitierte und vor den Vertretern des Gemeinderats und Obleuten der Vereine gemeint habe, in Kopfing sei die Welt noch in Ordnung, woraufhin sich einige Ortsbewohner korrigierend zu Wort gemeldet haben.
Viele Kopfinger sehen mit Unbehagen, dass der Priester erzkonservative Gläubige aus dem Ausland anzieht, die beispielsweise an Exerzitien teilnehmen.
Der Pfarrer selbst möchte sich zu den Vorwürfen nicht äußern. Auch am sonntäglichen Wirtshaustisch halten sich die meisten bedeckt. "Früher war Kopfing fürs Raufen bekannt, dann für den Baumkronenweg und jetzt für den Pfarrer", sagt ein Besucher.