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Landtagswahlen OÖ: Grüne wählten Kaineder zum Spitzenkandidaten

Stefan Kaineder bekam 92,8 Prozent der Stimmen. Im Bundesland wird kommendes Jahr neu gewählt.
Zwei Personen stehen jubelnd inmitten applaudierender Menschen, eine hält Blumen, die andere ein Paar Sportschuhe hoch.

Zusammenfassung

  • Stefan Kaineder wurde mit 92,8 Prozent zum Spitzenkandidaten der Grünen Oberösterreich für die Landtagswahl 2027 gewählt.
  • Zentrales Thema ist der Ausbau der Windkraft als Teil der Energiewende und als Alternative zu Schwarz-Blau.
  • Kaineder kritisiert ÖVP und FPÖ als "Funktionärsparteien" und fordert ein Ende von "zwölf schlechten Jahren".

Mit 92,8 Prozent ist Landessprecher und Landesrat Stefan Kaineder am Samstag zum Spitzenkandidaten der Grünen Oberösterreich für die Landtagswahl im Herbst 2027 gewählt worden.

Bei der Landesversammlung mit dem Titel "Unsere Heimat, unser Strom, mein Versprechen" im Kunstmuseum Lentos in Linz war der 41-Jährige einziger Bewerber für den ersten Listenplatz. Großes Thema seiner Rede war die Windkraft, wie schon durch die Saal-Deko mit kleinen Windrädern angedeutet wurde.

Das Setting der Landesversammlung an sich war neu, die Redner standen nicht vorne auf einer Bühne, sondern gingen mitten durch den Saal.

"Alternative für 2027"

Den Auftakt der Reden machte Bundessprecherin Leonore Gewessler, die Kaineder als einen Politiker, der "nicht über die Menschen, sondern mit ihnen redet", kennengelernt habe. "Sichere, leistbare, saubere Energie", das sei zentrales Anliegen im Land Oberösterreich, schlug Gewessler den Bogen zur Windkraft, die in Oberösterreich seit elf Jahren von Schwarz-Blau ausgebremst werde. Es gehe um mehr, als nur "den Status quo zu verwalten", die Alternative für 2027 seien "die Grünen, der Stefan", leitete sie zu Kaineder über.

Wer Sicherheit und Freiheit für Oberösterreich wolle, brauche die Energiewende, meinte der Landessprecher mit Blick auf die weltpolitische Lage. Um die Winterlücke für die Eigenversorgung mit Energie zu schließen, brauche es nur die Windräder. Solange die Grünen in der Landesregierung seien, gebe es Hoffnung für neue Windräder, versicherte er.

"Business-Shuttle für die Betuchten"

Das Land besser zu machen, dafür stehen die Grünen, sprach Kaineder den "Vertrauensverlust in die Parteiendemokratie" durch die "Funktionärsparteien" an. Dieses Vertrauen wolle er "Herz für Herz" bei den Wählern zurückzugewinnen. In kaum einem Bereich mache Schwarz-Blau das, was Oberösterreich guttäte, schlug er Wahlkampftöne an. Die ÖVP bediene außer ihren Funktionären vor allem Millionäre, sprach er u.a. die 36-Millionen-Euro-Anschubfinanzierung vom Land für die Wiederaufnahme der Flugverbindung Linz-Frankfurt an - für die Grünen "ein Business-Shuttle in die Finanzmetropole Frankfurt für die Betuchten".

Die FPÖ wiederum führe Oberösterreich fast wie "ein Freilichtmuseum", kritisierte er den Stillstand an. Das müsse "nach zwölf schlechten Jahren", nach der Wahl 2027, aufhören.

Zum zweiten Mal Spitzenkandidat

Bereits zum zweiten Mal führt Kaineder Oberösterreichs Grünen in die Landtagswahl, schon für den Urnengang 2021 hatte er als Einziger für den ersten Listenplatz kandidiert. Damals wählten ihn 93,8 Prozent zum Spitzenkandidaten.

Bisher hat außer den Grünen nur die SPÖ in Oberösterreich ihren Spitzenkandidaten für die Landtagswahl gekürt. Am 13. September wurde auf dem Landesparteitag Martin Winkler mit 92,7 Prozent zum Listenersten gewählt.

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