„Jan will im Sommer auf zwei Füßen in die Schule gehen“

Der Neunjährige soll nach seinem schweren Skiunfall auf Reha lernen, mit einer Prothese zu leben.

Er war als Baby schon extrem ehrgeizig – wenn er etwas wirklich will, dann schafft er es“, sagt Sabine S. über ihren neunjährigen Sohn Jan, der sich langsam von seiner Beinamputation erholt.

Jan wurde der rechte Unterschenkel amputiert.
Jan Schütz (9), beinamputiert nach Skiunfall Hochficht, Amputation UKh Linz © Bild: Privat
Wie berichtet, hatte der ambitionierte Jungsportler aus Bruck-Waasen bei einem Skirennen am Hochficht im Jänner einen dramatischen Unfall. Der rechte Unterschenkel musste ihm abgenommen werden, er lag im künstlichen Tiefschlaf und sein Zustand war oft kritisch. Jetzt, nach fast zwei Monaten, konnte er das UKh Linz endlich verlassen. Am Montag trat er seine dreimonatige Reha in Bad Häring, Tirol, an. Noch ist er auf Krücken und im Rollstuhl unterwegs, aber bis zum Sommer soll Jan lernen, seinen Alltag mit einer Prothese zu bestreiten.

Dabei hilft ihm der Prothetik-Experte Hubert Egger von der FH Linz. Er wird ihm in den nächsten Wochen ein maßgeschneidertes Instrument anpassen. Vorher heißt es aber trainieren, betont der Medizintechniker: „Jan muss in seinem Beinstumpf Muskulatur aufbauen, dann probieren wir ein paar Varianten aus.
Die Maße werden sich mit dem Wachstum ändern und wenn er größer ist, können wir ihm eine richtige High-Tech-Prothese machen.“

Trost und Zuspruch

Prothetik-Experte Egger: „Jan wirkt durchwegs motiviert.“
Hubert Egger, Prothetiker, Prothesen, Medizintechnik FH Linz, Jan Schütz © Bild: HONORARFREI /FH OÖ
Die Rehabilitation in Bad Häring besteht aus Physio- und Ergotherapie sowie psychologischer Unterstützung. „Die mentale Komponente spielt nach einem so dramatischen Erlebnis eine wichtige Rolle. Jan hat enorme Fortschritte gemacht – er wirkt durchwegs motiviert“, sagt der Medizintechniker.

Der Bub habe nach dem Erwachen aus dem Koma sehr gelitten und endlich neuen Mut gefasst, beschreibt seine Mutter: „Er hat sogar schon gefragt, wann er wieder skifahren darf. Ganz unbeschwert ist der Wunsch aber nicht. Er hat Angst und braucht noch immer ganz viel Trost und Zuspruch.“

Das Ziel: „Nach der Reha, also im Mai, will Jan schon auf zwei Füßen in die Schule gehen können.“ Wie es mit dem Skifahren aussieht, wagt Prothetiker Egger nicht zu prognostizieren, verspricht aber: „Wir werden alles tun, damit er das erreicht.“

( Kurier ) Erstellt am 04.03.2013