Christoph Brückl, 27, ist über den Fahndungserfolg erleichtert.

© honorarfrei/Privat

Wels
08/26/2014

Israelfreundlicher Journalist: Polizei fasste anonymen Drohanrufer

Christoph Brückl wurde im Internet und am Telefon bedroht. Verdächtiger fühlte sich provoziert.

von Jürgen Pachner

Der israelfreundliche Journalist Christoph Brückl aus Wels kann aufatmen. Der Polizei ist es rasch gelungen, einen Verdächtigen auszuforschen. Er soll bereits ein Teilgeständnis abgelegt haben."Der Fall scheint so weit geklärt. Der mutmaßliche Täter wurde wegen Verdachts der gefährlichen Drohung bei der Staatsanwaltschaft Wels angezeigt", bestätigt Bernd Innendorfer, Sprecher der Landespolizeidirektion OÖ. Einen politischen Hintergrund bestreitet der Mann. "Er sagt, dass er sich von Brückl im Verlauf einer Internet-Diskussion provoziert gefühlt habe."

Der Verdächtige – ein 22-jähriger Welser mit bosnisch-muslimischen Wurzeln – gibt zwar zu, mehrere wüste Postings verfasst und Brückl auch vier Mal anonym am Handy angerufen und beschimpft zu haben. Etwaige Todesdrohungen gegen ihn bestreitet er jedoch. "Hurensohn, ich stech’ dich ab, hab’ schon 100 Leute auf dich gejagt, ich weiß, wo du wohnst", soll der zunächst unbekannte Drohanrufer am 14. August zu dem Journalisten gesagt haben. "Es gibt dafür einen prominenten Welser Manager als Ohrenzeugen, bei dem ich gerade zu einem Interview war. Ich hab’ das Handy auf laut gestellt, sodass er alles mithören konnte – er war schockiert", betont Brückl.

Der 27-Jährige betreibt in Wels die Gratiszeitung Die Monatliche und online das Forum Wels1.at Ticker. Auf seinem persönlichen Facebook-Profil präsentiert er sich mit einer Israel-Flagge in Herzform. Im Zusammenhang mit dem Nahost-Konflikt schrieb er auch Kritisches über die Hamas und den Islam. "Juden sind keine Menschen" oder "Halt die Fresse Mann, wenn du Jude bist, schreib nicht", bekam er unter anderem als Reaktion zu lesen.

Am 12. August führte er auch einen Diskurs mit dem Verdächtigen, der eskalierte. In dessen Verlauf schrieb der 22-Jährige: "...dich sollte man einspereen in den keller und tage lang maltretieren wie deine hurensohn familie..." Und er kündigte an, ihm das Geschlecht abzuschneiden.

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