Peter Hildebrand, Monika Zechmeister, Andreas Prödiger, Geschäftsführer Betten Reiter

© foto-reiter.com | A. Reiter

Betten Reiter
03/16/2013

„Heimtextilien sind unser Herzblut“

Das oberösterreichische Familienunternehmen feiert sein 60-Jahr-Jubiläum.

von Josef Ertl

Betten Reiter ist für die Landsleute ein Begriff. Wer Kopfpölster und Decken sucht, landet häufig bei diesem Traditionshaus. Der Name gilt als Vertrauensmarke, die durch die Gans symbolisiert wird.

Nun feiert das Familienunternehmen sein 60-Jahr-Jubiläum. Reiter hat stets auf die Erfordernisse der Zeit reagiert. Heute sind es Nachhaltigkeit und Regionalität, die im Vordergrund stehen. „Wir waren beim Tierschutz Vorreiter“, erzählt Peter Hildebrand, dem gemeinsam mit seiner Frau Cornelia zwei Drittel des Unternehmens gehören. „Wir verwenden keinen Lebendrupf bei Gänsen, wir nehmen nur Schlachtrupf. Wir waren im deutschsprachigen Raum die Ersten und haben einen Wechsel erzwungen. Alle anderen mussten nachziehen.“ Auch bei der Eigenerzeugung von Steppwaren war Reiter der erste in Österreich, der Fairtrade-zertifiziert wurde.

Der Beginn war hart

Reiter beschäftigt 450 Mitarbeiter in 16 Filialen. Der Umsatz beträgt rund 177 Millionen Euro. Der Beginn war sehr, sehr hart. Die Firmengründer Franz und Rosina Reiter waren Donauschwaben und wurden vertrieben. Sie landeten in Marchtrenk und standen vor dem Nichts. Die Männer arbeiteten dort in der Spinnerei, die Frauen gründeten in Linz ein Geschäft, in dem Grundnahrungsmittel sowie Stoffe, Wolle und Kurzwaren verkauft wurden. Das Besondere daran: Die Kundinnen konnten in der Greißlerei „anschreiben“ lassen und am Monatsersten – wenn wieder Geld in der Kasse war – zahlen. Dei Bettfedernreinigung erfolgte damals noch in Handarbeit, in den Anfangszeiten wurden die Daunen zu Hause in der Badewanne gewaschen.

Hildebrand nennt Beratung und Kundenbetreuung als eine der Erfolgsfaktoren. Wird eine neue Filiale eröffnet, würden die Verkäuferinnen bereits vier Monate zuvor eingestellt, um sie einzuschulen. „Sie müssen viel Einfühlungsvermögen haben.“ Vorhangfachberaterinnen kommen mit Laptops in die Wohnungen, um die richtige Auswahl zu treffen und die Vorhänge nach Maß zu fertigen. Zudem könne Reiter ein sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis anbieten, „gute Qualität zu günstigen Preisen. Die Kunden geben uns einen Vertrauensvorschuss.“ Als weiteren wichtigen Faktor nennt Hildebrand die Konzentration auf Heimtextilien. „Das ist unser Herzblut, kein Zusatzprodukt.“

Margen sind gering

Wenn Hildebrand über Reiter spricht, sprudelt es geradezu aus ihm heraus. Das ist nicht selbstverständlich, denn er ist ein Kärntner Bauerssohn und hat Hochspannungstechnik studiert. Anschließend arbeitete er in der Erdölindustrie und war 14 Jahre im Ausland unterwegs. Angefangen hat er in Kuwait, aufgehört in Japan. Als er einmal im Urlaub einen Freund in Linz besucht hat, lernte er seine Frau Cornelia kennen. Sie war die jüngere Tochter der Reiter-Mitbegründerin Theresia Sturmberger. Sie begleitete ihn sechs Jahre bei seinen Auslandsaufenthalten, bis sie beide davon genug hatten. Sie beschlossen nach Hause zurückzukehren und übernahmen die neue Filiale am Harter Plateau.

Wohin geht die Reiter-Reise? In Wien-Favoriten wird demnächst die 17. Filiale eröffnet. „Vorläufig konzentrieren wir uns auf den Osten Österreichs, das ist logistisch leichter bewältigbar. Je konzentrierter wir den Markt abschöpfen , umso besser ist die Fixkostenrelation bei der Werbung.“

Die Kunden reagieren umgehend auf Sonderangebote. Man brauche die Schnäppchen, um die Kunden anzuziehen. „Der Markt wächst nicht, es ist ein Verdrängungswettbewerb. Die Margen sind gering, es ist schwerverdientes Geld.“

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