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© Nihad Amara

Wels
08/22/2013

Haftstrafen für Bordell-Zündler im Nazi-Dunstkreis

Der Rotlicht-Boss Alexander G. gestand als Zeuge vor Gericht, hinter der Tat gesteckt zu haben.

von Raffaela Lindorfer

Am 14. Mai 2012 seien sie zum Saunaclub „Centaurus“ in Wien gefahren, dort hätten bereits Teppiche, Handtücher und Brandbeschleuniger bereitgelegen. Ein Feuerwerkskörper habe das Flammeninferno dann entfacht.

So schilderten ein 24-jähriger Kroate und ein 32-jähriger Oberösterreicher aus dem Dunstkreis des Neonazi-Netzwerks „Objekt 21“ das Verbrechen, das ihnen am Donnerstag am Landesgericht Wels vorgeworfen wurde. Der Prozess fand unter schärfsten Sicherheitsvorkehrungen statt. Ihr Motiv: Geldbeschaffung.

Auftrag aus dem Rotlicht-Milieu

Der Rotlicht-König und gebürtige Linzer Alexander G., der seit Jänner in U-Haft sitzt, gestand als Zeuge vor Gericht, den Auftrag gegeben zu haben. Mit dem Brand habe er einen Versicherungsbetrug beabsichtigt. Es entstand ein Schaden von 2,5 Millionen Euro.

Der mutmaßliche „Objekt 21“-Rädelsführer Jürgen W., der ebenfalls in U-Haft sitzt, sei einer seiner Söldner gewesen und habe den Auftrag mit den beiden Komplizen ausgeführt. W. muss sich zu einem späteren Zeitpunkt vor Gericht verantworten.

Am Donnerstag wurde der 32-jährige Angeklagte wegen Brandstiftung und Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung zu vier Jahren Haft verurteilt. Er legte Berufung und Nichtigkeitsbeschwerde ein. Der 24-Jährige fasste drei Jahre aus und bat um Bedenkzeit. Beide müssen außerdem 200.000 Euro Teilschadenersatz zahlen. Die Urteile sind nicht rechtskräftig.

"Objekt 21"

Der Ältere gestand, auch beim Brand des Bordells „Taubenschlag“ in Inzersdorf, Bezirk Kirchdorf, beteiligt gewesen zu sein. Den Vorwurf der Bandenbildung bestritten die Angeklagten, räumten aber ein, im Vereinslokal von „Objekt 21“ in Desselbrunn verkehrt zu haben.

Wie berichtet, gelang es der Polizei im Jänner, den so genannten „Kulturverein“ als kriminelles Neonazi-Netzwerk zu entlarven. Das Repertoire der 35 Mitglieder soll von Waffen- und Drogenhandel, über Körperverletzung bis hin zu Brandstiftung reichen. Es befinden sich noch fünf weitere mutmaßliche Mitglieder in U-Haft. Gegen sieben Männer wurde Anklage wegen NS-Wiederbetätigung erhoben.

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