ARCHIV - Mehrere Medizinstudenten behandeln am 29.06.2009 die Hightech-Puppe "HAINS", die in einem Operationssaal der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) für Unterrichtszwecke genutzt wird. Beim Symposium Medizinstudium 2.0 beraten Politiker, Lobbyisten und Mediziner am Dienstag (27.04.2010) in Tübingen über mögliche Reformen beim Medizinstudium. Foto: Jochen Lübke dpa/lsw (zu lsw-KORR.: "Experten wollen Medizinstudium modernisieren" vom 26.04.2010) +++(c) dpa - Bildfunk+++

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Oberösterreich
07/02/2013

Grünes Licht für MedUni Linz

Bund, Länder und Stadt einigten sich über Finanzen. Einziges Hindernis ist noch die Hochschulkonferenz.

Die fünfte medizinische Fakultät Österreichs wird höchstwahrscheinlich in Linz entstehen. Das gilt nach den finalen Verhandlungen am Dienstag nun als praktisch fix. Die Minister Maria Fekter (Finanzen), Karlheinz Töchterle (Wissenschaft), Alois Stöger (Gesundheit), Staatssekretär Josef Ostermayer Pühringers Stellvertreter Josef Ackerl (SP) und der Linzer SPÖ-Bürgermeister Franz Dobusch haben eine Einigung über den letzten Knackpunkt, die Finanzen, erzielt.

Bis 2017 kommen die benötigten Bundesmittel in Höhe von 36 Mio. Euro aus den Rücklagen des Finanzministeriums, ab 2018 wird das Uni-Budget um die nötigen Mittel aufgestockt, so Finanzministerin Fekter bei einer Pressekonferenz. Das Land Oberösterreich bzw. die Gemeinden werden bis 2042 225 Mio. Euro zur Verfügung stellen.

Hindernis Hochschulkonferenz

Einziges Hindernis für eine Medizin-Fakultät in Linz dürfte nun noch die am 10. Juli tagende Hochschulkonferenz aus Vertretern von Wissenschaftsministerium, Universitätenkonferenz, Fachhochschulkonferenz, Uni-Senaten, Wissenschaftsrat und HochschülerInnenschaft (ÖH) sein. Sollte diese das Projekt einstimmig ablehnen, könne er im Ministerrat nicht zustimmen, so Wissenschaftsminister Karlheinz Töchterle (ÖVP). Ansonsten soll die nötige 15a-Vereinbarung in einem der beiden nächsten Ministerräte am 22. Juli oder 13. August beschlossen werden.

Konkret stellt Fekter 2014 aus ihren Rücklagen zwei Mio. Euro zur Verfügung, bis 2017 werden es insgesamt 36 Mio. Euro sein. Im Vollausbau der Fakultät 2028 zahlt der Bund dann 58 Mio. Euro pro Jahr. Das Land Oberösterreich bzw. die Gemeinden stellen bis 2042 jährlich im Schnitt acht Mio. Euro zur Verfügung, so Landeshauptmann Josef Pühringer (ÖVP). Der Höchstbetrag wird dabei 2019 mit 14 Mio. Euro fließen, 2042 wird es dann eine Mio. sein.

Damit werden die gesamten Investitionskosten an Gebäuden und Anlagen (ausgenommen die Forschungsgeräte) finanziert. Bis 2027 trägt Oberösterreich auch die Kosten für die Erhaltung der Gebäude und für die Reinvestitionen in diese. Als dauerhaften Beitrag wird das Land darüber hinaus keine Betriebs- und Reinvestitionskosten an den Krankenhäusern berechnen.

Projekt praktisch auf Schiene

Fekter betonte am Dienstag, dass die neue Linzer Med-Fakultät die Finanzierung der anderen Unis nicht beeinträchtige. Gemeinsam mit dem Wissenschaftsministerium werde außerdem eine neue Verordnung über den Klinischen Mehraufwand erlassen, in der klar die Kosten von Forschung und Spitalsfinanzierung getrennt würden. Bestehende Verträge der Medizin-Unis Wien, Graz und Innsbruck würden unbefristet verlängert und nur im Einvernehmen abgeändert: "Niemand muss sich Sorgen machen, dass sein Budget gekürzt wird."

Für die Vertreter Oberösterreichs ist die Einrichtung der Fakultät praktisch fix. Wissenschafts-Landesrätin Doris Hummer (ÖVP) bezifferte die Wahrscheinlichkeit mit 99 Prozent. Landeshauptmann Josef Pühringer (ÖVP) konnte sich nach der Pressekonferenz vor Journalisten nicht vorstellen, dass die Vertreter des Wissenschaftsministeriums in der Hochschulkonferenz mit Nein stimmen und damit einen einstimmigen Beschluss gegen die Fakultät ermöglichen.

Minister Karlheinz Töchterle (ÖVP) will nun mit der EU-Kommission abklären, wie sich die neuen Studienplätze auf die Quotenregelung für das Medizinstudium auswirken, nach der 75 Prozent der Medizin-Anfängerstudienplätze für Österreicher reserviert sind. Eine Antwort der Kommission werde es aber erst realistischerweise nach der Beschlussfassung im Ministerrat geben.

Start schon nächstes Jahr

Die Ausbildung an der Linzer Medizin-Fakultät soll schon 2014 in Graz starten: Die ersten beiden Studienjahre (vorklinische Ausbildung) werden zunächst komplett an der Medizin-Uni Graz absolviert: 2014/15 und 2015/16 sollen je 60 Studenten zugelassen werden, ab 2016/17 sind es 120. Die eigentliche Ausbildung in Linz startet dann 2016/17, mittelfristig soll es 300 Anfänger-Studienplätze geben. Davon sollen 180 die volle Ausbildung in Linz absolvieren (inklusive vorklinische Ausbildung), 120 wechseln auch künftig erst nach dem Vorklinikum in Graz nach Linz. Der Vollausbau der Medizin-Fakultät an der Uni Linz soll 2028 erreicht sein.

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