Große Sorge um Altbischof Aichern in Diözese Linz

Altbischof Maximilian Aichern
Gesundheitszustand des 93-Jährigen hat sich zuletzt deutlich verschlechtert.

In der römisch-katholischen Diözese Linz ist die Sorge um Altbischof Maximilian Aichern (93) groß. Der Gesundheitszustand Aicherns habe sich zuletzt deutlich verschlechtert, teilte die Diözese Donnerstagabend mit. Bischof Manfred Scheuer und Abt Alfred Eichmann vom Stift St. Lambrecht baten um das Gebet für Bischof Maximilian, berichtete die Kathpress.

Aichern bereite sich auf das Sterben vor, nachdem er noch bis zuletzt die kirchlichen und gesellschaftlichen Entwicklungen mit großem Interesse verfolgt habe, so Scheuer und Eichmann. Wörtlich hielten der Bischof und der Abt fest: "Voll Dankbarkeit blicken wir auf sein langes, erfülltes und segensreiches Wirken als Abt von St. Lambrecht und als Bischof der Diözese Linz zurück. Jetzt ist es an uns, ihn auf seinem letzten irdischen Weg im Gebet zu begleiten."

Die beiden riefen dazu auf, "für Bischof Maximilian um Kraft, Trost und innere Ruhe zu beten und sein Leben vertrauensvoll in Gottes Hände zu legen".

Bischof von 1982 bis 2005

Maximilian Aichern wurde am 26. Dezember 1932 als Sohn eines Fleischhauers in Wien geboren. Nach der Matura arbeitete er im elterlichen Betrieb, 1954 trat er in das Benediktinerstift St. Lambrecht in der Steiermark ein. Er studierte an der Universität Salzburg und an der Päpstlichen Hochschule San Anselmo in Rom.

1959 wurde Aichern in Rom zum Priester geweiht und wirkte anschließend als Kaplan an der Stiftspfarre St. Lambrecht und als Berufsschulkatechet. Mit 32 Jahren wurde er Abt-Koadjutor und im Jahr 1977 Abt. Im Dezember 1981 ernannte ihn Papst Johannes Paul II. zum zwölften Bischof von Linz. Die Bischofsweihe erfolgte am 17. Jänner 1982 in Linz.

Innerhalb der österreichischen Bischofskonferenz war Aichern u.a. für die Orden, die Katholische Aktion und die Arbeitnehmerseelsorge zuständig. Unter seiner Federführung erarbeiteten die Bischöfe den "Sozialhirtenbrief", der 1990 erschien.

Ein besonderes Anliegen war Aichern stets das Thema "Frau und Kirche". Unter ihm begann auch ein Umdenken im Fall des später seliggesprochenen NS-Wehrdienstverweigerers Franz Jägerstätter. Etwa einen Monat nach der Wahl von Papst Benedikt XVI. trat Aichern - wie er sagte, aus Altersgründen - überraschend zurück. Im September 2005 übergab er sein Amt offiziell an den Wiener Weihbischof Ludwig Schwarz.

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