Chronik | Oberösterreich
12.08.2018

Großartiger Blick auf sieben Seen

Sieben-Seen-Wanderung. Eine keltische Göttin soll die Namensgeberin für die Katrin sein

Ein nostalgisches Gefühl überkommt uns Bergwanderer bei der Auffahrt mit der Seilbahn auf den „Herzberg“ der Bad Ischler, die Katrin. Vor knapp 60 Jahren wurde sie errichtet. Der Obmann des Ischler Heimatvereins, Johannes Eberl, erinnert sich, dass damals die gesamte Bürgerschaft mitgewirkt hat, um im Jahr 1957 das Tragseil auf den Berg zu transportieren.

Entspannt gleiten wir jetzt mit der Vier-Mann-Umlaufbahn in 15 Minuten zur Bergstation auf 1400 Metern Höhe. Direkt unter uns verläuft die Skipiste. Auf dieser wurden im Jahr 1962 sogar die Österreichischen Meisterschaften ausgetragen. Legenden wie Karl Schranz und Egon Zimmermann flitzten hier ins Tal.

Bergkulisse

Die Häuser der Stadt werden immer kleiner, dafür steigert sich minütlich der Schaugenuss in die Alpenlandschaft. Und wir sparen viel Zeit und Kraft, die wir für die romantische Sieben-Seen-Wanderung einsetzen werden. Der Geschäftsführer der Katrin-Seilbahn, Johannes Aldrian, freut sich über die positive Geschäftsentwicklung. Gerade die lokale Bevölkerung, die schon zu Zeiten der Monarchie die Katrin als Ort der Entspannung schätzte, benutzt heute gerne die Seilbahn. Vorbei sind die Zeiten, als sie nur wenige Monate im Jahr in Betrieb war oder ganz eingestellt werden sollte. Wer der Namensgeber für den Bad Ischler Hausberg war, weiß die Leiterin des Stadtmuseums, Maria Sams: „Wahrscheinlich ist es die keltische Göttin Wilbeth. Sie galt als Hüterin des guten Schicksals. Ihre Funktion wurde in christlicher Zeit von der Hl. Katharina übernommen. Nach dieser wurde nicht nur die Katrin, sondern auch der ganze Bergstock, das schmale langgezogene Katergebirge, benannt.“

Nach dem Berggasthof lassen wir uns von den blauen Schildern mit der Aufschrift „Sieben-Seen-Blick-Wanderung“ leiten. Eine gemütliche Zweieinhalb-Stunden-Rundwanderung führt uns zunächst in Serpentinen durch den latschendurchsetzten Steilhang noch oben. Mit jeder Kehre wechseln die Ausblicke, einmal übers obere Trauntal zum Hallstätter See und Dachstein, dann wieder Traun abwärts auf Traunsee und Höllengebirge. Schließlich nähern wir uns dem Kaiser-Franz-Josef-Kreuz auf 1538 Metern. 1910 – lange vor der Eröffnung der Seilbahn – wurde es zum 80. Geburtstag von Kaiser Franz Josef errichtet. Dieser ist in Bad Ischl allgegenwärtig. Auch an Stellen, an denen er sich nie aufgehalten hat, erinnern Denkmäler an ihn. So auch auf der Katrin, obwohl der Berg nie Jagdgebiet des Kaisers war. Ein idealer Ort für eine kurze Pause, um den tief unten liegenden idyllischen Nussensee zu betrachten oder die Kletterer, die den 300 Meter langen Klettersteig beenden, der hier recht luftig über die Kante der steilen Nordabbrüche heraufführt.

Dann geht es auf verschlungenen Latschengassen und über blühende Bergwiesen zu den nächsten Gipfeln, Elferkogel und Hainzen. Hier auf 1638 Metern vervollständigen neben Wolfgangsee und Mondsee der Fuschlsee und der Schwarzensee die „Sieben-Seen-Blicke“. Dazu gibt es eine Bergkulisse, wie sie schöner kaum sein könnte. Immer dieses Bilderbuchpanorama vor Augen, geht es nun in engen Kehren tiefer, auf schmalem Steig die Südflanke querend hinunter zur Bergstation, wo das Berggasthaus und die Katrin-Almhütte zur entspannten Einkehr laden.

Josef Leitner ist Universitätslektor und besucht mit seinem Pepimobil interessante Plätze der Natur und Kultur