Von der Uni ins Spital: Meinhard Lukas wird Chef des Linzer Uniklinikums

Ärztlicher Direktor des Salzkammergut Klinikums Königswieser steigt an die Spitze der Gesundheitsholding auf - Nachfolge nach Rückzug von Harnoncourt nötig.
Meinhard Lukas

Der neue Geschäftsführer der Oberösterreichischen Gesundheitsholding (OÖG) sowie der Leiter des Kepler Uniklinikums (KUK) Linz stehen fest.

Der ärztliche Direktor des Salzkammergut Klinikums, Tilman Königswieser, steigt nach Ostern an die Spitze der OÖG auf, das KUK wird ab 1. Juni vom früheren Linzer Unirektor Meinhard Lukas geführt, teilten Landeshauptmann Thomas Stelzer und dessen Stellvertreterin Gesundheitslandesrätin Christine Haberlander (beide ÖVP) am Dienstag mit.

71 Kandidaten hatten sich für die Nachfolge des vorzeitig zurückgetretenen Franz Harnoncourt beworben, der noch beide Funktionen inne hatte. Diese seien jetzt aus "guten Gründen getrennt worden", meinte Stelzer. Die junge medizinische Fakultät an der Kepleruni mit dem KUK befinde sich "noch immer in einer Aufbauphase", man müsse sich gegenüber dem Bund entsprechend aufstellen, sagte der Landeshauptmann.

Zugleich ist die OÖG - Krankenhausträger aller Landeskliniken und des KUK - mit den 17.000 Beschäftigten ein "echtes Großunternehmen". Königswieser bezeichnet sich selber "als Kind" dessen, habe er doch vor 40 Jahren als Famulant am Landeskrankenhaus Kirchdorf seine medizinische Laufbahn begonnen, seit 20 Jahren ist er im Management tätig.

Tilam Königswieser

Tilman Königswieser wird Leiter der OÖG.

"Verständnis für Kümmerberufe"

Haberlander freute sich, dass sich Königswieser und Lukas gegen die Vielzahl der Mitbewerber durchgesetzt haben. Sie begründete dies vor allem damit, dass es Personen mit "Verständnis für derartige Kümmerberufe" brauche, die "Menschlichkeit und Empathie" zu schätzen wissen. Auch Lukas sieht es als eine der wesentlichen Aufgaben des KUK an, als "Forschungsstätte der Zukunft den Menschen in den Mittelpunkt der Medizin zu stellen", die Medizin "neu zu denken und zu reflektieren", meinte der künftige Chef.

Große Herausforderungen

Auf Harnoncourts Nachfolger warten herausfordernde Aufgaben, denn die OÖG mit dem KUK war zuletzt mehrfach mit unangenehmen Schlagzeilen konfrontiert. So war gegen einen Anästhesisten im Klinikum Kirchdorf der Vorwurf erhoben worden, er habe durch Fehldosierungen den Tod zweier Patienten verursacht. Die Staatsanwaltschaft stellte allerdings das Verfahren ein und bescheinigte dem Mediziner, tadellos und lege artis gearbeitet zu haben. Der OÖG-Aufsichtsrat kritisierte später, dass der verdächtigte Arzt sofort entlassen worden war, ohne ihm Gelegenheit zur Stellungnahme zu geben.

Tod einer Patientin

Im Oktober 2025 starb eine Patientin, die mit einem Aorteneinriss ins Krankenhaus Rohrbach gekommen war. Sie hätte in eine Spezialklinik überstellt werden müssen, aber nirgends, auch nicht im KUK, fand sich die Kapazität, sie rasch genug zu behandeln. Die Frau starb.

In zeitlicher Nähe zu dem Fall hatte das KUK angekündigt, planbare Operationen zurückzufahren, um die Notfallversorgung gewährleisten zu können. Und im Februar dieses Jahres wurde ein Fall bekannt, wonach im Sommer 2025 einer gesunden Frau fälschlicherweise im KUK die Gebärmutter entfernt worden war. Erst Wochen später wurde sie darüber informiert.

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