Frau (30) nach Fehldiagnose gesunde Gebärmutter entfernt: Das sagt das Spital
Der Frau wurden fälschlicherweise die Gebärmutter, die Eileiter und ein Eierstock entfernt (Symbolfoto).
Dieser Fall macht fassungslos. Was einer 30-Jährigen kürzlich in Linz passierte und nun an die Öffentlichkeit kam, ist kaum zu glauben, aber leider wahr.
Am Dienstag berichteten mehrere Medien, dass der jungen Frau nach Komplikationen in der Pathologie fälschlicherweise die Gebärmutter, die Eileiter und ein Eierstock entfernt wurden. Somit hat sie auch keine Möglichkeit mehr, jemals auf natürlichem Weg Kinder zu bekommen.
Was ist passiert? Die Kronen Zeitung berichtet, dass die Frau nach einer Fehlgeburt einen Routineeingriff im Kepler Uniklinikum in Linz durchführen ließ - die Ausschabung der Gebärmutterschleimhaut. Das war im Juni 2025.
Hochaggressiver Tumor wurde festgestellt
Nach zwei Wochen bekommt sie einen Anruf der Klinik, dann geht alles sehr schnell. Sie erhält einen Termin zwei Tage später, bei dem ihr erklärt wird, dass bei der entnommenen Gewebeprobe im Zuge der Ausschabung ein hochaggressiver Tumor festgestellt worden sei, eine Begutachtung in Graz sei zum selben Ergebnis gekommen.
Anfang August wird die 30-Jährige operiert, im Vorgespräch wird ihr - laut Krone - erklärt, es sei keine Zeit mehr, eine Zweitmeinung einzuholen. Die gesamte Gebärmutter, beide Eileiter und ein Eierstock werden entfernt. Die Entlassung einen Tag später erfolgt mit Krebsdiagnose, dauerhaft verändertem Hormonhaushalt und keine Möglichkeit mehr, Kinder zu bekommen.
Nur aufgrund mehrfachen Nachfragens kommt es endlich zur Befundbesprechung, und zwar Mitte September. Die Runde der Anwesenden ist, Medienberichten zufolge, hochkarätig: Peter Oppelt, Leiter der Gynäkologie, Rupert Langer, Vorstand der Pathologie, und Karl Heinz Stadlbauer, ärztlicher Direktor Uniklinik, erklären der Frau, dass sie gesund ist - und niemals krank war.
"Komplikationen" in der Pathologie
Sie sprechen von Komplikationen bei der pathologischen Begutachtung. Die Frau wird zitiert: "Ich dachte mir, mich trifft der Schlag."
"Prüfungen ergaben, dass es in der initialen Probe zu einer äußerst seltenen pathologischen Komplikation in Form einer minimalen Kontaminierung von Probenmaterial gekommen war, was zu einer Fehldeutung des ursprünglichen Befunds geführt hat.
Spital sieht keinen Behandlungsfehler
Wie auch in der Fachliteratur beschrieben, sind solche Ereignisse extrem selten, können aber selbst bei sorgfältigsten Abläufen unter strengsten Qualitätsstandards nicht mit letzter Sicherheit ausgeschlossen werden. Der Verlauf ist "Ausdruck eines äußerst seltenen und schicksalhaften Geschehens, nicht das Ergebnis unsachgemäßen Handelns", heißt es in einer offiziellen Stellungnahme des Linzer Spitals.
Und weiter: Nach umfassender medizinischer und rechtlicher Prüfung wurde festgestellt, dass kein Behandlungsfehler vorliegt, sondern es sich vielmehr um einen äußerst seltenen, schicksalshaften Verlauf handelt.
Gleichzeitig bleibt laut Uniklinik festzuhalten: Auch wenn rechtlich und medizinisch kein Fehlverhalten festgestellt wurde, ändert das nichts daran, dass die Situation für die betroffene Patientin eine erhebliche Belastung darstellt.
Der Patientin wurde deshalb mehrfach und ausdrücklich empfohlen, sich für eine unabhängige, objektive und transparente Aufarbeitung des Geschehens an die zuständige Oberösterreichische Patienten- und Pflegevertretung zu wenden.
Politik: Vorfall ist vollumfänglich analysiert worden
„Dieser medizinische Fehleingriff erfüllt mich mit großem Bedauern. Meine Gedanken gelten in erster Linie der betroffenen Patientin. Ein solcher Vorfall ist zutiefst belastend und widerspricht unserem gemeinsamen Anspruch an eine sichere und hochwertige Gesundheitsversorgung“, betont Gesundheitslandesrätin Christine Haberlander. Ihr sei seitens des KUK versichert worden, dass der Fall im Sommer umgehend vollumfänglich mit den betroffenen Abteilungen und den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern analysiert worden ist und die notwendigen Ableitungen getroffen worden sind.
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