Chronik | Oberösterreich
19.12.2011

Gemeinsames Forschen in Linz

Die Unis Linz und Budweis eröffneten ein gemeinsames Forschungszentrum. Ein Nobelpreisträger kam zur Einweihung.

Der Schweizer Chemie-Nobelpreisträger Richard Ernst besuchte am Montag die Johannes Kepler Uni Linz (JKU). Er war Gast der  Eröffnung des ersten grenzüberschreitenden österreichisch-tschechischen Forschungszentrums zwischen der JKU und der Uni Budweis (USB).


Kernstück der Einrichtung für Chemie und Biologie, die ab sofort Forscher beider Einrichtungen benutzen können, ist  ein Labor für magnetische Kernresonanz, wo der Aufbau von Molekülen analysiert wird. Dort stehen drei neue  NMR-(Nuclear Magnetic Resonance)-Spektrometer, deren Technik der Wissenschaftler Ernst  vorangebracht hat. Er hat dafür 1991 den Nobelpreis bekommen. „Beispielsweise kann man damit  für die Pharmazie Moleküle  an ihre Umgebung anpassen und so wirksame Heilmittel herstellen“, erklärt der Wissenschaftler. „Außerdem können wir schädliche Stoffe  betrachten  und sie durch weniger problematische Substanzen ersetzen.“

Grundlagenforschung

In der oberösterreichischen Landeshauptstadt wird mit den Apparaten vor allem Grundlagenforschung betrieben. „Mit den Instrumenten sehen wir in feste oder flüssige Materialien und Moleküle hinein, ohne sie zu zerstören“, berichtet Norbert Müller, der Leiter des Forschungszentrums. In Linz werden die Geräte unter anderem zur Entwicklung neuer Kunststoffe verwendet. „Damit können wir  Aussagen treffen, wie die Eigenschaften der Materialien sein werden.“


Mit dem neuen Labor verstärken die JKU und die USB ihre Zusammenarbeit, die vor einigen Jahren mit dem gemeinsamen Studium der biologischen Chemie begonnen wurde. „Das ist ein großer Meilenstein für unsere Uni“, freut sich JKU-Rektor Richard Hagelauer. „Das Zentrum ist eine Chance, unsere Region als europäischen Wissenschaftsstandort zu stärken. Die Studenten müssen nicht auf  Elite-Unis in Wien und Prag gehen“, sagte Rüdiger Ettrich von der Uni Budweis.
Das Projektvolumen beläuft sich auf 2,1 Millionen Euro. Die EU fördert  60 Prozent davon aus ihrem Fonds für regionale Entwicklung. Den Rest teilen sich die  Unis.

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