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Chronik Oberösterreich
12/05/2011

Geld wird für das Glück überschätzt

Das Materielle wird überschätzt, Freundschaften und soziale Kontakte werden für das Glücklichsein unterschätzt.

von Josef Ertl

Jeder möchte glücklich sein. Doch wovon hängt Glück eigentlich ab? Darauf weiß der Schweizer Bruno Frey Antwort. Als Professor für Wirtschaft an der Universität Zürich hat der 71-Jährige Tausende von Befragungen und Untersuchungen durchgeführt.
Das Ergebnis: Die Menschen legen zu viel Wert auf die materiellen Aspekte im Leben und unterschätzen die immateriellen Werte wie Freundschaft und soziale Interaktion. Für Frey hängt das Glück von insgesamt fünf Faktoren ab.

Frohnatur Erstens: genetische Faktoren. Die Persönlichkeit des Menschen hängt von ererbten Faktoren ab. "Wir kennen das von unserem persönlichen Umgang. Wenn sich jemand ein Bein bricht und er verfügt über eine glücklichere Natur, dann ist er auf jeden Fall froh, dass er sich nicht beide Beine gebrochen hat. Wenn seine Natur eine weniger glücklichere ist, klagt er halt über sein Leid, das ihm widerfahren ist."

Partnerschaft Zweitens: demografische Faktoren wie Alter und Geschlecht. Es ist zum Beispiel ein großer Unterschied, ob man verheiratet ist, einen Partner hat oder alleine ist. Frey: "Verheiratete sind glücklicher als Unverheiratete."

Arbeit Drittens: wirtschaftliche Faktoren. Die Höhe des Einkommens ist wichtig für das Glück. Frey: "Wer mehr verdient, ist glücklicher." Das nehme aber mit der zunehmenden Höhe des Einkommens ab. Wer viel mehr verdiene, ist deswegen nicht viel glücklicher. "Der wichtigste wirtschaftliche Faktor ist, eine befriedigende Arbeit zu haben bzw. nicht arbeitslos zu sein."

Glaube Viertens: kulturelle und religiöse Faktoren. "Religiöse Menschen sind glücklicher."

Demokratie Fünftens: politische Faktoren. Frey: "In Demokratien sind Menschen zufriedener als in Diktaturen und autoritären Regimen."

Erwartungshaltung Frey rät den Menschen davon ab, zu viel zu erwarten. Die Erwartungshaltung sollte reduziert werden. "Eine Beschränkung ist gut, weil man positiv überrascht wird, was das Leben bringt." Und wer dem Glück nachlaufe, dem entziehe es sich. "Man kann es nicht erhaschen, sondern muss ein gutes Leben führen. Über das gute Leben wird man glücklich.

Bruno Frey diskutiert übermorgen, Dienstag, den 27. September um 19.30 Uhr im Linzer Schloss mit Universitätsprofessor Markus Hengstschläger zum Thema "Macht Geld glücklich?" Veranstalter ist die Denkwerkstatt academia superior.

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