Chronik | Oberösterreich
02/05/2015

Gefährliche Drohungen vor Pegida-Demo

Linz.Anzeige nach Aufruf, dem Linzer Datenforensiker Uwe Sailer "einmal handfest" zu danken.

Zu unschönen Aktionen ist es bereits im Vorfeld der für Sonntag geplanten Pegida-Demonstration in Linz gekommen. Über das Facebook-Konto "Freies Österreich" (ein Ableger der rechtsextremen Webseite "Freies Österreich") wurden am Mittwoch gefährliche Drohungen in Richtung des Linzer Datenforensikers und Polizeibeamten Uwe Sailer publiziert. Dieser war in den vergangenen Wochen immer wieder öffentlich als Mahner gegen die Pegida aufgetreten und dürfte sich damit den Hass rechtsradikaler Kreise auf sich gezogen haben.

Ein unbekannter Poster machte "erlebnisorientierte Leser" darauf aufmerksam, "dem "Antifapolizisten und Berufsdenunzianten" im Umfeld der Pegida-Kundgebung "handfest" zu begegnen. "Uwe Sailer wird sich vor Ort herumtreiben. Immerhin bekommen wir regelmäßig Post, wo man diesen Sailer antreffen könnte. Linz wäre so eine Gelegenheit, ihm einmal handfest zu danken (Gerüchten zufolge wären einige Hools ordentlich sauer, warum die Blockade in Wien von der Polizei nicht aufgelöst wurde, wer weiß, was", schrieb der anonyme User auf der Facebook-Seite.

Der ehemalige grüne Nationalratsabgeordnete Karl Öllinger, der die antifaschistische Website stopptdierechten.at betreibt, erstattete am Donnerstag Strafanzeige gegen unbekannt. In seinem Schreiben an den stellvertretenden oö. Landespolizeidirektor Erwin Fuchs begründete Öllinger wie folgt: "Dies stellt eine unverhüllte Aufforderung zur Anwendung von Gewalt gegen Uwe Sailer dar, die den Verdacht einer gefährlichen Drohung nach 107 StGB begründet und ich ersuche Sie bzw. Ihre Behörde daher, den Verdacht zu prüfen." Als Beweis legte er ein Faksimile bei.

Laut Uwe Sailer ist "freies-oesterreich.net" seit Anfang Jänner 2014 online. "Die Schöpfer nennen es ein Netztagebuch, das über Politik in Österreich und Europa berichtet und Identitäre, heimatbewahrende und völkische Positionen vertritt." Die Seite wird von St. Petersburg aus betrieben.