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Chronik Oberösterreich
09/13/2020

Für „Eulen“ wird es jetzt wieder hart

Vor allem für Jugendliche ist der Schulstart um 8 Uhr eine große Herausforderung. Studien zeigen ein Leistungshoch ab 9 Uhr

von Claudia Stelzel-Pröll

Der Wecker klingelt – und es passiert nichts. Der Wecker klingelt weiter – ohne Erfolg. Vorhänge und Fenster werden geöffnet, gutes Zureden beginnt. Und im Bett rührt sich nichts. Der Stress wird immer größer, denn schließlich startet die Schule punktgenau um acht Uhr, vielerorts sogar noch früher. Ab morgen ist es wieder soweit: Das große Wecken beginnt. Für zahlreiche Eltern und Kinder erhöht es das morgendliche Stresslevel ungemein.

Nacht- und tagaktiv

Die Wissenschaft teilt uns in zwei Schlaftypen ein: die Eulen und die Lerchen. Die Namen verraten Einiges. Als „Eulen“ werden all jene bezeichnet, die vor allem abends aktiv und produktiv werden, gerne lange auf und morgens umso länger im Bett bleiben. Die „Lerchen“ springen morgens munter und ausgeruht aus dem Bett, nutzen den gesamten Tag, um am Abend eher früher ihren Schlaf zu finden. Welchem Typ jemand zuzuordnen ist, ist zum Teil Genetik, zum Teil sind es äußere Umstände.

„Der Schlaf-/Wachrhythmus verändert sich im Laufe eines Lebens. Kleine Kinder sind eher Frühaufsteher, in der Pubertät ändert sich das, da werden viele Jugendliche zu Eulen. Und im Alter dreht sich das dann in vielen Fällen nochmals um“, erklärt Thomas Mitterling, Neurologe am Neuromed Campus in Linz.

Der frühe Schulstart um acht ist für viele Kinder und Jugendliche ein echtes Problem: Sie kommen müde und unkonzentriert ins Klassenzimmer. Zahlreiche Studien belegen, dass die Konzentration von Kindern und Jugendlichen zwischen 9 und 12 Uhr am höchsten ist. Eine Untersuchung an einer US–Highschool in Rhode Island hat gezeigt, dass Schülerinnen und Schüler konzentrierter sind, wenn sie morgens nur eine Viertel- oder halbe Stunde länger schlafen.

Keine Handys vorm Bettgehen

Den natürlichen Schlafrhythmus eines Kindes oder Jugendlichen komplett zu ändern, sei schwer, meint Mitterling: „Wichtiger wäre, auf eine entsprechende Qualität des Schlafes zu achten, sprich dass abends eine ruhige Stimmung herrscht, dass das Zimmer gut gelüftet und kühl ist. Und vor allem, dass Handys und Tablets vor dem Schlafengehen oder gar im Bett keinen Platz bekommen. Sowohl die abendliche Nutzung dieser Geräte als auch das Licht können sich negativ auf den Schlaf auswirken.“

Reaktionen

In Europa gibt es bereits Vorreiter: In Schweden und Großbritannien beginnt die Schule um neun Uhr. Auch in Österreich tut sich was. Das Bundesgymnasium Zehnergasse in Wiener Neustadt setzt ein Projekt unter dem Gesichtspunkt von Corona um. „Wir haben den Schulbeginn für die ganze Oberstufe in die zweite Stunde verlegt. Damit kommt es zu einer Verdünnung beim Eingang“, sagt Direktor Werner Schwarz. Aus pädagogischer Sicht wollte man den Start für die Jugendlichen schon länger nach hinten verlegen: „Die Reaktionen sind ungeheuer positiv“.

Start mit Ampelfarbe Grün - und mit Maske

Zwar konnte sich auch Linz bei der Corona-Ampel wieder von Gelb auf Grün verbessern. Die Bundesregierung verkündete trotzdem verschärfte Maßnahmen ab Montag, die für ganz Österreich, unabhängig von der Farbe der Ampel gelten. Für Schülerinnen und Schüler heißt das konkret: Rein in die Schule und ins Klassenzimmer geht es nur mit Maske.

Schulschließungen in ganzen Bezirken, wie vor dem Beginn der Sommerferien, sollen bestenfalls vermieden werden, waren sich Bildungsreferentin und Landeshauptmann-Stellvertreterin Christine Haberlander und der Bildungsdirektor des Landes OÖ, Alfred Klampfer, einig: „Wir gehen davon aus, dass der Schulstart ruhig und organisiert über die Bühne gehen wird.“

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