Fünf Spitäler vor dem Zusperren gerettet

Wären die Einsparungen in Oberösterreich bei der Spitalsreform so stark ausgefallen, wie sie in Wien geplant sind, hätte das Krankenhaus Gmunden schließen müssen.
Foto: LKH Gmunden

Spitalsreform: Schärding, Grieskirchen, Gmunden, Sierning und Linz gesichert

Für Wolfgang Bayer, den Leiter der Expertenkommission der Spitalsreform in Oberösterreich, läuft es gut. Seine Firma hat nun den fünften Mitarbeiter aufgenommen. Denn neben seiner Tätigkeit für das Land Oberösterreich arbeitet er auch für den Wiener Krankenanstaltenverbund, für pro mente in Oberösterreich und für ein Gesundheitsprojekt in Bosnien. Sowohl in Wien als auch in der Steiermark werden ebenfalls Spitalsreformen durchgeführt.

Anders als in Oberösterreich kommt es in den beiden Ländern zu radikaleren Einschnitten und zu Schwerpunktbildungen. Krankenhäuser sollen geschlossen werden, was in Oberösterreich durch das Kooperationsmodell vermieden wurde. Wien will mit sechs bis sieben Standorten auskommen, "man traut sich über größere Lösungen drüber". Bayer rechnet in der Bundneshauptstadt mit einem Einsparpotenzial von rund 12 Milliarden Euro. Wäre man in Oberösterreich ähnlich radikal vorgegangen, hätte das die Schließung der Krankenhäuser von Schärding, Grieskirchen, Gmunden, Sierning und eines Linzer Krankenhauses bedeutet. In der Landeshauptstadt hätten in diesem Fall die Häuser der Barmherzigen Brüder und Schwestern ebenso zusammengelegt werden müssen wie das AKH mit dem Unfallkrankenhaus und der Landesfrauenklinik.
"Oberösterreich hat sich für ein vernünftig-realistisches Szenario entschieden", betont Bayer. "Manche sagen, es wäre noch mehr gegangen, aber das Expertengremium hat sich auf das Kooperationsmodell verständigt."

Budgets im Oktober

Bei der Umsetzung der Spitalsreform sei man voll im Plan. Alle Häuser hätte konkrete Informationen erhalten, mit allen Häusern seien in einer ersten Runde Gespräche geführt worden. Die Spitäler reagierten mit Vorschlägen, die geprüft würden, ob sie im Sinne der Reform seien. Spätestens im Oktober sollten die Budgets für alle Spitäler klar sein.
Bayer ist mit den ersten Ergebnissen und mit der Zusammenarbeit sehr zufrieden. Denn die Spitäler wollten auch Klarheit und Sicherheit für ihre Mitarbeiter haben. Die Reform zeitige nun eine Eigendynamik, die Spitäler brächten eigene Vorschläge an. So wolle zum Beispiel Braunau verstärkt mit dem Schärdinger Spital in der Kinderversorgung zusammenarbeiten.
In Kirchdorf an der Krems entsteht im Zusammenspiel von Spital, Ärztekammer und der Gebietskrankenkasse eine Gruppenpraxis, die ihre Öffnungszeiten mit denen des Krankenhauses abstimmt, um eine umfassende Versorgung der Kinder sicherzustellen.
Der Erfolg der Spitalsreform sieht Bayer in zwei Punkten: in den finanziellen Einsparungen und in der abgestuften Versorgung der einzelnen Regionen Oberösterreichs.

(kurier) Erstellt am
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