Landesrat Wolfgang Klinger, Landeshauptmann Thomas Stelzer und Landesfeuerwehrkommandant Robert Mayer

© Land OOE / Mayrhofer

Chronik Oberösterreich
02/18/2021

Frühzeitige Impfung für die Feuerwehr

Corona bringt die 914 Feuerwehren um viele Einnahmen. Feste fallen aus.

Die oberösterreichischen Feuerwehren waren 2020 nicht nur durch Pandemie-bedingte Einsätze verstärkt gefordert, sie mussten auch Ausfälle hinnehmen. Corona sorgte dafür, dass weniger Jugendliche beitraten und dass kaum Geld - etwa durch Veranstaltungen oder Haussammlungen - hereinkam. Man hofft auf die Verlängerung des NPO-Fonds durch den Bund. LH Thomas Stelzer (ÖVP) plädiert zudem dafür, dass zumindest ein Teil der Mitglieder frühzeitig geimpft werden können.

Polizei und Heer bevorzugt

Derzeit seien die Feuerwehren im Impfplan des Bundes nicht so weit vorne gereiht wie etwa Polizei und Bundesheer, sagte Stelzer am Donnerstag in einer Pressekonferenz mit Landesrat Wolfgang Klinger (FPÖ) und der oberösterreichischen Feuerwehrspitze anlässlich der Jahresbilanz der Einsatzorganisation. Aber zumindest Teile der Feuerwehr solle man für eine frühzeitige Impfung berücksichtigen, so Stelzer.

914 Feuerwehren

In Oberösterreich gibt es 914 Feuerwehren - 880 Freiwillige, 33 Betriebs- und die Linzer Berufsfeuerwehr - mit insgesamt 94.000 Mitgliedern und einem Ehrenamt-Anteil von knapp 99 Prozent. 2020 haben sie in 48.927 Einsätzen rund 582.000 Arbeitsstunden geleistet. Etwa 20 Prozent davon waren Brände, 2020 waren mit 64 allein im März und April auffallend viele Flurbrände darunter. Die Zahl der Einsätze lag zwar insgesamt niedriger als 2019, allerdings waren viele aufwendige dabei, bilanzierte Landes-Feuerwehrkommandant Robert Mayer. So war etwa ein gutes Fünftel der Mitglieder 2020 in Sachen Pandemie im Einsatz - also nicht mit klassischen Kernaufgaben der Feuerwehr befasst, sondern beispielsweise mit Unterstützungsleistungen bei den Massentests.

Weniger Geld und weniger Jugendliche

Besonders getroffen hat die Feuerwehr, dass Dinge wie Aus- und Weiterbildung, Leistungsprüfungen und Bewerbe, Jugendarbeit oder einfach Feuerwehrfeste, mit denen man normalerweise Geld verdient, praktisch weggefallen sind. In diesen Bereichen seien die ehrenamtlichen Arbeitsstunden teils um 50 bis über 90 Prozent zurückgegangen, so Mayer. Normalerweise nehme man im Jahr um die 14 Mio. Euro durch eigene Aktivitäten ein, „das war ein Totalausfall heuer“. Auch seien deutlich weniger Jugendliche eingetreten als in früheren Jahren, konkret waren es um 1.890 weniger als 2019.

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