© Petra Stacher

Chronik Oberösterreich
01/29/2020

Formel-E-Sieger in Linz: "Die Rennen sind unberechenbar"

Formel-E- Sieger Maximilian Günther legte Boxenstopp bei der voestalpine in Linz ein.

von Petra Stacher

Sie sehen zwar aus wie Formel-1-Autos, sind aber keine, denn ein wesentlicher Punkt unterscheidet sich: der Motor. Während in der Formel-1 die Fahrer sich auf einen Verbrennungsmotor verlassen, holen sich die Formel-E Fahrer die Geschwindigkeit aus einem Elektromotor.

Für Maximilian Günther ist das schon Routine, nimmt er doch an den Meisterschaftsrennen, als Werksfahrer bei BMW selbst teil. Am Mittwoch legte er bei der voestalpine in Linz, einer der Hauptsponsoren der Meisterschaft, einen Boxenstopp ein.

Das Auto

Günther fährt gerade in der sechsten Saison der Formel-E: Drei Rennen außerhalb von Europa hat er absolviert, das letzte in Santiago in Chile, wo er sogar gewann. Seit dem Neueinstieg von Porsche und Mercedes-Benz sind alle großen deutschen Automobilhersteller vertreten. Insgesamt treten 12 Teams und 24 Fahrer an den Start.

Das Besondere ist jedoch das Auto: 5,16 Meter lang, 1,77 Meter breit und 1,05 Meter hoch ist das Formel-E Auto (Bild oben). Inklusive Fahrer wiegt es 900 Kilogramm, das meiste davon, 385 Kilo, entfallen auf die Batterie.

In 2,8 Sekunden ist das Gefährt von null auf hundert Kilometer pro Stunde. 280 km/h ist die maximale Geschwindigkeit - und das bei minimalem Lärm. Das Geräusch der vorbeizischenden Autos, welches die Zuschauer vom Formel-1 gewöhnt sind, fehlt somit.

Komplexes Lenkrad

Für Günther, der zuvor in der Formel 3 und Formel 2 Rennen bestritt, scheint dies jedoch kein Verlust zu sein: „Die Formel-E-Autos sind sehr komplex. Man arbeitet mit Energierückgewinnungssystemen. Der Fahrer steht hier noch im Vordergrund“, so Günther.

Die mentale Fähigkeit sei deshalb das Um und Auf - können die Fahrer sogar am Lenkrad des Formel-E-Autos die Software ändern, damit sie die maximale Effizienz aus dem Auto rausholen. Und Thema Effizienz heißt beim Formel-E vor allem eines: Energie einsparen.

„Man muss es sich einteilen, um über die ganze Distanz zu kommen.“, so Günther. Es sei deshalb wichtig beim Motor schon eine gute Grundeffizienz zu haben.

Dafür sind die Hersteller verantwortlich: So liefert die voestalpine etwa Komponenten für die Batteriebox. „Wir müssen sicherstellen, dass diese sowohl leicht sind, als auch crashfest“, sagt Herbert Eibensteiner, Vorstandsvorsitzender der voestalpine AG.

Die Rennen

Auf die Probe gestellt wird der Motor inklusive Batterie das nächste Mal am 4. April. Dann fällt der Startschuss für die voestalpine European Races in Rom. Es folgen die Stadtkurse von Paris (18. April), Berlin (21. Juni) und London (25. und 26. Juni). „Die Stadtkurse sind besonders präzise und dennoch schnell und eng“, sagt Günther. Es sei somit eine große Herausforderung.

An das Konzept des Formel-E Sports glauben Günther und auch Eibensteiner fest. „Formel E ist sehr modern und die Rennen sind unberechenbar. Der Motorsport ist ja auch ein Vorbild für den Normalverbraucher und da hat die Formel-E einen guten Ausgangspunkt, weil gerade sehr viel entwickelt wird", sagt Günther.

Es werde spannend, was die Zukunft bringt. Auch Eibensteiner sieht Zukunft in der Formel-E, denn auch wenn über Wasserstoffautos diskutiert werde, spreche man ja doch über einen Elektromotor: „Schließlich ist es nur eine Frage von Batterie oder Brennstoffzelle“. Er und die voestalpine möchten auf alle Fälle Teil dieser "Technologie der Zukunft" sein.

 

 

 

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