Chronik | Oberösterreich
18.02.2018

Folgekrankheiten des Rauchens verhindern

Nichtraucherschutz. Ärztekammer und Krebshilfe bitten auch in Oberösterreich um Unterschriften.

"Wir können Krebsfälle und den Einstieg in die Droge Nikotin verhindern", sagt der Präsident der Krebshilfe Oberösterreich, Ansgar Weltermann. Mit ihm sind viele andere Menschen "täglich, sowohl in den Spitälern als auch bei der Krebshilfe mit Betroffenen konfrontiert."

In Oberösterreich werden Täglich rund 4,1 Millionen Zigaretten geraucht. Das zeigt eine Gesundheitsbefragung der Statistik Austria im Jahr 2014. Mehr als ein Fünftel der 15- bis unter 30-Jährigen gab an, eine Stunde pro Tag oder mehr, Tabakrauch in Innenräumen ausgesetzt zu sein. Laut Herwig Schinko, emeritierter Primar und Vorstandsmitglied der Krebshilfe Oberösterreich, genügen drei in einem Raum rauchende Menschen, um die Atemluft für alle schädlich zu machen. "Rauchen ist eine inkomplette Verbrennung und vergleichbar mit den Schadstoffen, die man beim Auspuff von Autos kennt", meint er. Klimaanlagen würden nicht helfen, weil sie die Luft nicht ausreichend filtern können. Eine Trennung gebe es nicht. Weltermann meint: "Wir wissen, dass wir in Österreich mit dem Nichtraucherschutz in Europa weit hinterher hinken." Dem entgegenwirken soll das am Donnerstag offiziell gestartete Volksbegehren Don’t smoke zur Beibehaltung des 2015 beschlossenen Nichtraucherschutzgesetzes.

Direkte Demokratie

"Es macht betroffen, wenn man sieht, wie hier ein Gesetz übergangen wird, das aus Gründen des Arbeitnehmerschutzes eingeführt werden muss", sagt Peter Niedermoser, Präsident der Ärztekammer Oberösterreich. Er könne wählen, ob er in ein Raucher- oder Nichtraucherlokal gehen wolle. Es gehe darum, diejenigen zu schützen, die in der Gastronomie arbeiten und sich nicht dagegen wehren können, wenn sie in einen Raucherbereich hinein gehen müssen. "Wir möchten mit diesem, gemeinsam von Ärztekammer und Krebshilfe initiierten, Volksbegehren zeigen, wie direkte Demokratie funktionieren kann."

Primar Bernd Lamprecht, Fachgruppenobmann im Bereich der Lungenkrankheiten, sagt: "Wir wollen etwas anbieten, das rasch spürbar ist." Erfolgreiche Beispiele für die Umsetzung des Nichtraucherschutzes seien Länder wie Italien und Irland. Unter den Unterstützern von Don’t Smoke seien laut Weltermann auch Personen aus verschiedenen Bereichen der Politik und der Gastronomie. Für die Initiierung des Volksbegehrens sind 8.401 Unterschriften erforderlich. Diese können persönlich oder via Handysignatur oder Bürgerkarte abgegeben werden. Diese Unterschriften gelten gleichzeitig für das angestrebte offizielle Volksbegehren, für dessen parlamentarische Behandlung mindestens 100.000 Unterstützer notwendig sind. "Knapp eine halbe Million Menschen hat die Online-Petition unterzeichnet. Das ist eine gewaltige Zahl", sagt Weltermann. "Eine Million wäre schön", meint Niedermoser. Informationen sollen in allen 2.500 Ordinationen Oberösterreichs aufgelegt werden.