Die Hütte am Edlbauer-Felsen bot dem vermeintlichen Film-Mörder Josef Hader Unterschlupf

© Josef Leitner

Chronik Oberösterreich
11/02/2019

Filmreifer Abenteuer-Rundweg

Der Plochwald-Rundwanderweg in Windhaag bei Freistadt führt Kraftplätzen und Fluchtorten vermeintlicher Mörder. Von Josef Leitner.

Wer in Windhaag unterwegs ist, kann leicht auf ein Gebäude stoßen, in dem ein Mörder wohnte oder ein des Mordes Verdächtigter untergetaucht ist. Glücklicherweise spielt dies alles nur im Film. „Der Tote am Teich“ und „Der Tote im See“ ließen ihr Leben in diesem idyllischen Mühlviertler Ort durch Mörderhand. Der Plochwald-Rundwanderweg führt zu markanten Orten des filmischen Geschehens.


Es beginnt mit purer Wanderidylle über sauber gemähte Wiesen, Waldflächen mit moosbedeckten Böden und immer wieder ganzen Kolonien von Fliegenpilzen. Kenner wissen, dass sich in ihrer Nähe Herrenpilze und Maronenröhrlinge aufhalten. Also vorsichtig weitergehen und die Augen offenhalten. Dann kommen wir zu prachtvollen Aussichtspunkten. Ein solcher ist bereits die Lippenhöhe, von der das nördliche Mühlviertel vor dem Betrachter liegt. Verwitterte Granitblöcke sind ein Dauerbegleiter. Geradezu aufregend wird es beim Edlbauer-Felsen, einem wie von Riesenhand aufgebauten Felsenturm. Eine verwunschene Hütte steht direkt an den Stein angebaut. Hierher hat sich der vermeintliche Film-Mörder, gespielt von Josef Hader, zurückgezogen.


Ein mystischer Ort, der zum Erforschen der Felsen einlädt. Wer durch die Spalte neben der Hütte klettert, soll angeblich seine Rückenschmerzen verlieren. Das regnerische Wetter der vergangenen Tage lässt uns davon Abstand nehmen. Dafür nutzen wir die Aufstiegshilfen, die uns auf den Gipfel des Steinfelsens begleiten. Der Blick reicht weit übers Land bis zur Skipiste am Sternstein. Alle nur denkbaren Felsformationen liegen unter unseren Füßen. Es müssen schon sehr kreative Riesen gewesen sein, die hier am Werk waren.

Seit 25 Jahren geschlossen

Gleichsam als Gegenbild taucht auf dem weiteren Weg plötzlich ein mystischer See auf. Er ist ringsum von steilaufragenden Felswänden umgeben. Er befüllt den ehemaligen Plochwald-Steinbruch. Seit mehr als 25 Jahren wird hier kein Granit mehr abgebaut. Eine verwunschene Landschaft, ideal für Poeten und Literaten.

Jankas-Kirche

Eine kleine Hütte unmittelbar am See wäre für einen kreativen Schaffensprozess bestens geeignet. Dafür nehmen wir uns allerdings an diesem Herbsttag keine Zeit, sondern folgen dem Wanderweg zu einem weiteren Naturdenkmal, das Potenzial für ein Weltnaturerbe besitzt, die Jankas-Kirche. Eine Ansammlung von bizarren Felsgebilden, die mit etwas Fantasie eine Kirche mit Turm und einer vorgelagerten Sakristei darstellen. Das Schöne ist: Man kann auf den Kirchturm hinaufsteigen. Über die senkrecht aufeinandergeschichteten Felsblöcke ist dies nur mit Seilsicherungen möglich, wenn auch immer noch mit einem gewissen Prickeln.

Drei Stunden

Auf dem „Kirchturm“, dem Gipfel des Felsens treffen wir Thomas Affenzeller mit seiner Frau und seiner erwachsenen Tochter mit Begleitung. Thomas betreibt eine Bäckerei und ein Café im Dorf. Er hat in seiner Schulzeit diesen Felsen ohne jegliche Sicherung bestiegen und an der Gestaltung des Klettersteigs mitgewirkt: „Wir haben immer schon diesen Kraftplatz aufgesucht. Wir genießen den Ausblick bis zum Sender Lichtenberg und tanken hier frische Energie.“ So können wir – bereichert mit Eindrücken und mit neuer Kraft – die dreistündige Rundwanderung beenden.

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