Die Polizei fahndet nach dem Unbekannten

© APA/LUKAS HUTER

Chronik Oberösterreich
07/26/2021

Fast elf Jahre nach Kinderentziehung aus OÖ Vater festgenommen

Sohn und Tochter erhielten Notpässe für Rückkehr zur Mutter. Bezirksgericht Grieskirchen hatte ihr alleiniges Sorgerecht zugesprochen.

Fast elf Jahre nachdem ein gebürtiger Albaner mit österreichischer Staatsbürgerschaft wegen eines Obsorgeverfahrens seine beiden Kinder heimlich außer Landes gebracht haben soll, ist er am 21. Juli im Kosovo geschnappt worden. Er befindet sich bereits in Pristina in Auslieferungshaft.

Der inzwischen fast 16-jährige Sohn und die 14-jährige Tochter erhielten laut Polizei Notpässe, um zur Mutter nach Oberösterreich zurückkehren zu können.

Tat länger geplant

2010 hatte das Bezirkgericht Grieskirchen der Mutter rechtskräftig das alleinige Sorgerecht für die Kinder zugesprochen. Daher dürfte der Vater wohl im September jenen Jahres den damals Fünfjährigen und die Dreijährige ohne Wissen der Mutter ins Ausland gebracht haben.

Ermittlungen ergaben, dass der Mann dies offenbar schon länger geplant hatte. So beantragte er zunächst für sich und die Kinder eine Aufenthaltserlaubnis in Albanien und unterzeichnete einen Mietvertrag für ein Wohnhaus in Tirana. Schließlich kündigte er seine Arbeit in Wels und meldete seinen Wohnsitz in Österreich ab.

Wenige Hinweise

Die Staatsanwaltschaft Wels schrieb den Beschuldigten im März 2011 weltweit zur Festnahme aus. Jahrelang gab es nur wenig konkrete Hinweise auf den Verbleib des Vaters und der Kinder. Anfang 2019 verdichteten sich diese aber und es wurde vom Landeskriminalamt eine Zielfahndung gestartet, die letztendlich zum Erfolg führte.

Der inzwischen 40-Jährige wurde am 21. Juli in der kosovarischen Stadt Prizren ausgeforscht und festgenommen. Ihm droht nach der Auslieferung an Österreich ein Strafverfahren wegen Verdachts der Kindesentziehung, worauf bis zu drei Jahre Haft stehen.

Die Rückführung der Kinder zur Mutter sei laut Polizei bereits eingeleitet worden. Die Zusammenführung werde laut Polizei vermutlich psychologisch begleitet.

Laut Fahnungsseite der Homepage des Innenministeriums zählte der 40-Jährige zu den zehn meistgesuchten Straftätern Österreichs, die beiden Kinder zu den zehn meistgesuchtesten, vermissten Minderjährigen Österreichs.

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