Fahrer weg, Betrug aufgedeckt

Der Lkw-Lenker, der am Donnerstag nach einem Fahrzeugbrand verschwunden ist, soll in einen Betrug verwickelt sein.

Spurlos verschwunden ist jener Lkw-Fahrer, dem  Donnerstagfrüh auf der Westautobahn A1 bei Allhaming ein mit Kupferplatten beladener Sattelschlepper völlig abgebrannt war (Der KURIER berichtete). Nach Zeugenaussagen hatte der  Mann noch selbst versucht, die lodernden Flammen mit einem Handfeuerlöscher einzudämmen. Als die Einsatzkräfte am Unglücksort eintrafen, war er plötzlich nicht mehr bei dem völlig zerstörten Fahrzeug anzutreffen.


Anfangs befürchteten die Retter sogar, er sei im Feuer umgekommen oder im Schock davongelaufen. Doch jetzt ist das Rätsel gelöst, warum der Lenker, dessen Identität nach wie vor ungeklärt ist, so schnell das Weite gesucht hat. Der Mann ist nämlich in kriminelle Machenschaften verwickelt und  vor der Polizei geflüchtet. Denn das  geladene Rohkupfer im Wert von rund 153.000 Euro wollte er offenbar abzweigen und selbst weiterverkaufen.
Der nicht unkomplizierte Hintergrund des Falls: Eine Tiroler Firma verkaufte einem Unternehmen aus Wuppertal, Deutschland, 24 Tonnen Kupfer. Diese wollte den Rohstoff zu einem Abnehmer in die Slowakei bringen und beauftragte dafür eine deutsche Spedition. Das Transportunternehmen wiederum gab den Auftrag an ein slowakisches Unternehmen weiter, das die Tour schließlich übers Internet an eine tschechische Spedition versteigerte.

Gefälschte Papiere

Daraufhin erschien  der zwielichtige Lkw-Fahrer bei der Tiroler Firma und nahm das Kupfer mit. Wie sich später herausstellte, war der dort vorgelegte slowakische Personalausweis bereits 2009 als gestohlen gemeldet  worden. Der dazu passende Führerschein war gefälscht.
 Seitdem der Mann sich nach dem Brand in Luft aufgelöst hat, ist auch die tschechische Transportfirma, für die er den Auftrag angenommen hat, nicht mehr erreichbar. Sie antwortet der Polizei weder auf eMails, Faxe noch auf Telefonanrufe. Die Ermittlungen der Exekutive laufen derzeit auf Hochtouren, gestalten sich aber als  sehr schwierig. 

( Kurier ) Erstellt am 06.04.2012