„Es ist so toll, wenn alle klatschen“

Im Hinterzimmer einer Disco werden 16 Frauen auf Hochglanz poliert. Eine davon ist die Miss Linz 2012 geworden.

Vor, präsentieren, Brille ab, lächeln, zurück, posieren, weg“, gibt Choreografin Johanna streng durch das Mikrofon durch. Die 16 Kandidatinnen der Miss-Linz-Wahl 2012 stolzieren in Freizeitkleidung über den Laufsteg. Die High Heels sitzen aber schon drei Stunden vor dem großen Auftritt in der Linzer Nachtwerft fest auf den pedikürten Füßen. Auch wenn die Knie zittern, das Laufen muss perfekt klappen, meint die 20-jährige Laura aus Haid, die sich mit ihrer Teilnahme einen Traum erfüllt. Schon immer war sie fasziniert von den schönen Frauen mit Schärpe und Krönchen.

Beim Stichwort „Zickenkrieg“ schüttelt sie energisch den Kopf. Nein, man verstehe sich blendend. Nur: „Vergleichen tut man sich schon mit den anderen Mädels.“ Wer hat die knackigste Figur, wessen Haare sind geschmeidiger und wer lächelt am weißesten? Das alles hat die zahnärztliche Assistentin schon in der ersten Sekunde analysiert.

Unterdessen wird in einem Hinterzimmer der Diskothek auf engstem Raum gestylt, angekleidet und zurechtgezupt. Anspruchsvoll sind die Miss-Anwärterinnen nicht. Friseurin Julia vom Salon Querschnitt nimmt abwechselnd Glätteisen und Lockenstab zur Hand. Schließlich komme Natürlichkeit am besten an.

Auf engstem Raum machen sich 16 Frauen für den Laufsteg schön.
© Bild: Petschenig/picturenews.at

Was nicht passt, wird passend gemacht, dafür sorgt Valentina, die den „Hühnerstall“ zusammenhält. Sie verabreicht Prosecco gegen das Lampenfieber, zupft Bikinis zurecht, heilt kleine Wehwehchen, zieht Reißverschlüsse zu und eilt zu Hilfe, wenn jemand sein Make-up ins Outfit schmiert. „Ich muss so ruhig wie möglich bleiben, sonst werden die Mädels nervös“, sagt sie etwas außer Atem. Die quirlige Ivana ist mit ihrem Manager angereist. Dem braun gebrannten 23-jährigen Model aus Linz fehlt für die Puls4-Sendung „Millionär sucht Frau“ nur noch ein Miss-Titel im Lebenslauf. Über die Kleiderauswahl mehr als unglücklich ist Melanie. Die hautenge Robe in Schlangenlederoptik und ein knallrotes Abendkleid verschmäht sie und hält die Stylisten auf Trab. „Ich brauch’ das für mein Selbstbewusstsein. Es ist so toll, wenn einen alle anschauen und klatschen“, strahlt die 16-Jährige. „Ich mach mit, weil ich meine Schüchternheit überwinden will“, sagt Louisa, mit 25 Jahren die älteste Teilnehmerin.

Die zierliche Sara, die von ihrem Sieg noch nichts ahnt, geht in einer Wolke von Haarspray unter und ist sichtlich aufgeregt: „Ich trau’ mich gar nicht einschätzen, ob ich Chancen auf den Titel hab. Die anderen sind schon sehr hübsch.“

Das gewisse Etwas

Missen unter sich: Hammel, Krajinovic, Bambi, Hackl und Lehner (v. li.).
© Bild: Petschenig/picturenews.at

Als sich der Haarspraynebel lichtet, steht Nina „Bambi“ Bruckner mit einem Koffer vor der Tür. Ihre Schmucklinie treibt den Funkelfaktor der Kandidatinnen in schwindelerregende Höhen. Die Drittplatzierte bei der Miss-Niederösterreich-Wahl 1998 weiß genau, was eine Miss Linz ausmacht: „Sie muss das gewisse Etwas haben. Und g’scheit sollte sie auch sein.“

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( Kurier ) Erstellt am 14.01.2012