„Erhöhen Sie Ihre Aktienquote!“

Alois Wögerbauer erzielte 2012 mit seinem Österreich-Fonds 32,98 Prozent.

Für Alois Wögerbauer, den Geschäftsführer der in Linz beheimateten 3-Banken-Generali-Investmentgesellschaft, war 2012 ein hervorragendes Jahr. Sein Österreich-Fonds erzielte 32,98 Prozent. Er lag damit deutlich besser als der Wiener Börsenindex ATX. Mit seiner Performance belegte er den zweiten Platz. In den vergangenen Jahren war Wögerbauer bereits drei Mal der Beste. Die Anlager honorieren seine Arbeit und sein Händchen: Das ihm anvertraute Fondsvermögen erhöhte sich im vergangenen Jahr um eine Milliarde auf nunmehr sechs Milliarden Euro.

Seine zu Jahresbeginn ausgesprochene Prognose hielt. „Die Wiener Börse wird gut laufen“, war seine Hauptaussage im Oberösterreich-KURIER vom 8. Jänner 2012. Auch für 2013 ist er optimistisch. Seine Empfehlung: „Erhöhen Sie Ihre Aktienquote!“ Die Phase der finanziellen Repression werde noch Jahre andauern, die Zinsen für Sparanlagen und Staatsanleihen seien sehr gering, die Inflation liege aber mit zwei bis drei Prozent darüber. Selbst Unternehmensanleihen, die in den vergangenen Jahren gut gelaufen seien, erzielten nur mehr zwei bis drei Prozent Rendite. „Mehr ist nicht drinnen.“


Aktien günstig

Es gebe einfach keine andere Wahl als die Erhöhung der Aktienquote. Aktien seien im historischen Vergleich günstig bewertet. Wenn man sich die gängigen Kennzahlen anschaue, sei der Aktienmarkt um 25 Prozent zu günstig. „Man muss berücksichtigen, dass die Liquidität schlecht ist. Sowohl die Groß- als auch die Kleinanleger sind untergewichtet.“ Gerade zu Jahresbeginn stehe neues Kapital zur Verfügung, das investiert werde. Die Aktienquote der Österreicher sei viel zu gering, sagt Wögerbauer. Geradezu entsetzt ist er über eine kürzlich vom IMAS-Aktienforum veröffentlichte Umfrage, wonach nur drei Prozent der Österreicher direkt Aktien halten und zwölf Prozent aktienähnliche Kapitalmarktprodukte. Das andere Ergebnis, das ihn nachdenklich stimmt, ist, dass drei Vierteln der Österreicher wirtschaftliche Zusammenhänge egal sind.

Was empfiehlt der erfolgreiche Fondsmanager nun für das neue Jahr? „Wir setzen auf die Schwellenländer, auf die Emerging Markets“, sagt er im KURIER-Gespräch. Sie würden positiv überraschen. Chinas Börsen hätten drei Jahre lang keine Performance gezeigt, die neue chinesische Regierung verfüge über genügend Spielräume, beispielsweise die Zinsen zu senken und so die Wirtschaft zu stimulieren. Aber auch die US-Wirtschaft sei wieder im Kommen. Das billige Schiefergas verschaffe den Vereinigten Staaten weltweit einen Konkurrenzvorteil.


Sonderfall Japan

Japan sei ein Sonderthema. Das Land stehe vor unglaublichen Herausforderungen, speziell die Überalterung der Bevölkerung bereite Sorgen. So gab die Firma Unicharm, der größte Hersteller von Hygieneartikeln, bekannt, dass es 2012 erstmals mehr Windeln für Erwachsene als für Babys verkauft habe. Die Regierung wolle Geld drucken, um Inflationierung zustandezubringen und so ihre Schuldenlast zu senken. Das Geld komme auch dem Aktienmarkt zugute. Japan sei aber kein strategisches Investment, sondern spekulativ.

Die geringste Wirtschaftsdynamik im weltweiten Vergleich werde Europa entwickeln. Der alte Kontinent befinde sich in einem Transformationsprozess.

„Speziell US-Banken werden stark zulegen“

„Die Märkte waren im vergangenen Jahr ziemlich positiv, besser als man erwartet hat.“ Der Peuerbacher Investor Hans Stockmayr (59), der 30 Jahr in Asien gelebt hat und Chef der Investmentfirma XAM Capital ist, ist auch für 2013 optimistisch. „Es wird ein gutes Jahr werden, vor allem das erste Halbjahr.“ Sein Optimismus gründet sich auf drei Punkten. Erstens: Die Notenbanken würden weiterhin für billiges Geld sorgen, die Zinssätze für die Banken lägen teilweise unter einem Prozent. „Das ist das Allerwichtigste.“ Zweitens: In den USA gehe es wirtschaftlich bergauf. Das Wachstum steige auf 2,5 Prozent. Die große Krise des Immobilienmarktes scheine vorbei zu sein, die Hauspreise würden wieder steigen. Davon würden speziell die Banken profitieren. „Sie machen wieder riesige Gewinne. Sie sind ein gutes Investment.“ Sein größtes Investment sei die City Corporation Bank. Sie sei bereits stark gestiegen, sie werde noch einmal um 50 Prozent steigen, prophezeit Stockmayr. Bankaktien befänden sich noch immer 70 bis 80 Prozent unter ihrem Höchststand.

Drittens: Die Eurokrise sei momentan ruhig gestellt. Es habe sich die Meinung durchgesetzt, dass der Euro erhalten werden müsse. Zudem sollte heuer das Feihandelsabkommen zwischen den USA und der EU abgeschlossen werden, was für zusätzliche Impulse sorgen würde.

Gold

Von Gold hält Stockmayr derzeit nicht so viel. Man solle es behalten, aber nicht weiter ausbauen. Wer der Meinung sei, es könne zu einem Krieg zwischen dem Iran und Israel komme, könnte sich auch ein paar Aktien von Rüstungskonzernen in seinen Korb legen.
Von Anleihen hält Stockmayr wenig. „Ich würde sofort alle verkaufen und das Geld in Aktien anlegen.“ Wenn weltweit nur 100 Milliarden Dollar von Anleihen in Aktien umgeschichtet würden, würde das für eine größere Aufwärtsbewegung an den Börsen sorgen.
Optimistisch ist Stockmayr auch für den österreichischen Aktenmarkt. „Ich habe erstmals seit 20 Jahren wieder einmal mit Wienerberger eine österreichische Aktie gekauft. Sie ist innerhalb der vergangenen vier Wochen um 25 Prozent gestiegen. “

( Kurier ) Erstellt am 05.01.2013