Chronik | Oberösterreich
14.04.2012

Eferding: Kleiner Bezirk mit großen Stärken

Eferding hat eine lange landwirtschaftliche Tradition. Das Inkoba-Gebiet und die zukünftige Umfahrung sollen positive Akzente für Betriebsansiedelungen setzen.

Der große Vorteil des Bezirks Eferding liege in seiner Übersichtlichkeit, sagt Hans Moser von der Wirtschaftskammer. Mit knapp 32.000 Einwohnern ist Eferding der kleinste Bezirk Oberösterreichs. „Es zählt nicht immer die Größe. Hier kennt jeder jeden und durch die Vernetzung geht vieles schneller." So sieht es auch der Bürgermeister der Bezirkshauptstadt, Johann Stadelmayer: „Wir haben alle Vorzüge einer Stadt und dazu die ländliche Lebensqualität. Linz und Wels sind nur einen Katzensprung entfernt." So erklärt er sich den starken Zuzug in den vergangenen zehn Jahren und die positive Prognose.

Umfahrung

Laut Landesstatistiker Michael Schöfecker weist der Bezirk mit 3,5 Prozent ein beachtliches Wachstum auf. Auch der Wanderungssaldo von 675 Personen ist positiv. Davon haben alle Gemeinden profitiert – besonders jene, die um Eferding und im Einzugsbiet von Linz liegen.

Die Bezirkshauptstadt, Fraham, Hinzenbach und Pupping liegen günstig an der Route der neuen Umfahrung, die im Herbst Spatenstich hat. Einige Firmen hätten bereits Interesse an Grundstücken bekundet. Diese Gemeinden teilen sich bereits ein Inkoba-Gebiet. Futterneid gebe es keinen, so Stadelmayer. „Wir ziehen an einem Strang", bestätigt Hubert Schlucker aus Pupping, einer traditionell landwirtschaftlichen Gemeinde. Durch die interkommunale Kooperation gleiche man das Manko an Arbeitsplätzen im eigenen Gemeindegebiet aus, erklärt Schlucker.

Ähnlich ist die Situation in Fraham. „Zu uns ziehen viele Städter, die das Landleben schätzen. Zum Arbeiten pendeln sie aber aus", sagt Bürgermeister Harald Schick. Auch er sieht eine Chance in der Umfahrung.

Entspannt sieht man die Lage in Alkoven. „Wir haben uns damit abgefunden, eine Wohngemeinde zu sein", sagt Bürgermeister Gabriel Schuhmann. Ebenso in Scharten. Dort gab es in der Vergangenheit ein leichtes Minus, künftig soll es aber deutlich aufwärts gehen. Die geologische Lage lasse es nicht zu, dass sich größere Betriebe ansiedeln. Triebfeder ist und bliebt also die Lebensqualität, so Amtsleiter Peter Brandmayer. „Wir werden weiter wachsen, weil wir eine unschlagbar schöne Natur bieten", betont er. Die Grundpreise in Toplagen werden auf über 100 Euro geschätzt.

Soziales Umfeld

In Prambachkirchen werde man sich von einem Einwohnerminus erholen, ist sich Ortschef Johann Schweitzer sicher: „Ich beobachte das sehr genau und bin optimistisch." Bisher seien es vor allem junge Erwachsene, die abwandern. „Es ist dramatisch, wenn die, die Familien gründen, gehen." Eine Chance sieht er in der Stärkung des sozialen Umfelds in Vereinen. „Gemeinsame Aktivitäten verbinden. Man muss den Jungen eine Lebensbasis bieten, aber auch interessant blieben", so Schweitzer.

Neben Strohheim muss vor allem Hartkirchen Verluste einstecken. Der Mangel an Baugründen bereitet Bauamtsleiter Josef Aichinger Kopfzerbrechen. „Es gibt viele Anfragen, aber leider keine Kapazitäten." Derzeit werde der Flächenwidmungsplan überarbeitet, um Land mobil zu machen.