Durch die Burggrabenklamm auf die Eisenauer Alm

Eisenauer Alm
Foto: honorarfrei/Josef Leitner Eisenauer Alm

See, Schlucht, Alm: Alles bestens an einem heißen Sommertag wie eine Komposition aufeinander abgestimmt. Von Burgau, am südlichen Ende des Attersees nahe Unterach gelegen, geht es auf dem durch den Burggraben führenden Valerieweg auf einem kühn aus dem Fels geschlagenen Steig nach oben. Vorbei an dem mystisch im Wald stehenden Marienheiligtum Maria Klamm schlängelt sich der Weg in Serpentinen. Einige Passagen sind mit Stahlseilen gesichert. Immer wieder öffnen sich phantastische Blicke in die Schlucht. Eine Gedenktafel erinnert treffend: "Viele Wege führen zu Gott. Einer über die Berge."

Magdalenenquelle

Dem Wegweiser Eisenau folgend wird ein eiserner Steg über der Schlucht gequert und die Magdalenen-Quelle erreicht. Gestärkt mit dem frischen Quellwasser geht es 200 Höhenmeter bis an das Ende der Schlucht. Das Almgebiet der Ackeralm ist erreicht, das sich bis zu der weiten Hochebene der Eisenaueralm zieht. Üppige Blumenpracht bedeckt die Almwiesen. Legionen von Purpurginsterblüten färben die Landschaft violett.

Auf der Buchberghütte direkt unter der Nordwand des Schafbergs gelegen gibt es eine verdiente Rast. Ein besonders idyllischer Ort, der Wanderer aus allen Richtungen anzieht. Die Kaspressknödeln geben wieder neue Kraft. Der Rundweg zurück folgt dem Wegweiser Unterach und schlängelt sich in steilen Serpentinen nach unten. Ein berauschender Rundblick reicht vom Mondsee bis zum Attersee. Genau dazwischen liegt Unterach.

Hier mündet die Seeache, der Abfluss des Mondsees in den Attersee. Früher war der Ort am besten mit dem Boot erreichbar, daher die Bezeichnung "Klein-Venedig". In der Zeit der Monarchie bot Unterach mehr Ruhe als andere Sommerfrische-Orte. Gustav Klimt malte hier seine schönsten Bilder. Der Literat Karl Emil Franzos beschrieb in seiner Novelle "Der Hiob von Unterach" den Ort als "liebes, stilles Berg- und Seedörfchen im Hausruckviertel". Bürgermeister Georg Baumann: "Die Kraft dieses Ortes inspirierte zahlreiche Künstler wie Schnitzler und Hofmannsthal bis zu Heinz Konrads und Georg Danzer in der Gegenwart. Unter den Ehrenbürgern ist auch Viktor Kaplan, der Erfinder der nach ihm benannten Turbine."

Unser Weg führt der See ache entlang zum Kaiserbrunnen in Burgau. Von hier geht’s rasch zum Ausgangspunkt zurück.

Die Rundwanderung von vier Stunden führte durch eine besondere Schatzkiste unserer Heimat und ist wert, entdeckt zu werden.

Josef Leitner ist Universitätslektor und bereist mit seinem Reisemobil besondere Orte der Natur und Kultur in Oberösterreich.

(kurier) Erstellt am
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