Chronik | Oberösterreich
21.01.2018

Donaupark aufwerten: Das Wie ist noch offen

Dietmar Kerschbaum will mehr Verbindung von Brucknerhaus und Donaupark.

"Es soll sich mehr bewegen in und rund um das Haus", sagt Dietmar Kerschbaum. Der künstlerische Leiter des Brucknerhauses will die "Pforten des Hauses öffnen" und der Öffentlichkeit unabhängig von Konzertbesuchen die Möglichkeit geben, in Kontakt mit Bruckner und dem Brucknerhaus zu kommen. Auch die Proben will er zugänglich machen.

"Wir wollen mehr junges Publikum ansprechen und mit Veranstaltungen wie den BrucknerBeats, wo andere Musikstile eingebunden werden, neue Wege und andere Blickwinkel finden." Während der Pause eines Konzerts soll es den Besuchern möglich sein, direkt nach draußen zu gehen und sowohl die Terrasse, als auch den Park zu nutzen. Dafür regt der gebürtige Burgenländer eine Neugestaltung des Donauparks an, hierzulande besser bekannt als die Donaulände. Kerschbaum zeigt sich inspiriert von der Lage des Brucknerhauses. "Außerhalb der Elbphilharmonie kenne ich kein Konzerthaus, das in dieser Pracht neben so einem Fluss steht." Er beschreibt die Donau als Kraftpol.

Café für alle

"Das müsste man verbinden. Jedes Mal, wenn ich da draußen sitze, glaube ich, ich bin im Urlaub. Daran will ich die Menschen Teil haben lassen." Analog zu Operncafés soll es einen Gastronomiebetrieb geben, der auch ohne Konzertkarte zugänglich ist.

Für eine konkrete Umsetzung sei Kerschbaum sehr an Gesprächen mit allen Beteiligten, darunter auch die Betreiber der dortigen Sandburg Strandbar, interessiert. Außerdem möchte er "mehr Künstler einladen, die im Donaupark mit Bruckner Verbindungen schaffen können." Auch innerhalb der Kulturhäuser in Linz will er mehr Kooperation in Bezug auf die Terminkoordination, die Abos und das Ticketing.

Der Posthof werde den Donaupark bespielen, sagte der Linzer Bürgermeister Klaus Luger beim Neujahrsempfang am 11. Jänner, wo er über künftige Projekte und die Stadtentwicklung sprach.

Ahoi! Festival erweitert

Kerschbaum meint, "weil das Ahoi! Festival an der Donaulände so gut angekommen ist, sind wir am Überlegen, es um ein bis zwei Tage zu erweitern und diese unglaublich schöne Lage mehr zu nutzen. Vielleicht wird eines Tages auch das Bruckner Orchester Teil des Festivals." Posthof Musikmanager Gernot Kremser hält sich jedoch bedeckt, was mögliche Neuerungen betrifft. Für das nächste Festival sagt er dem KURIER: "Wir bewegen uns weiterhin in einem gut überschaubaren Rahmen von maximal 10.000 Gästen."

Bisher gab es zwei Auflagen des Open Airs Ahoi! The Full Hit Of Summer an der Linzer Donaulände mit je knapp 9.000 Besuchern und international bekannten Bands wie Sigur Ros (Island) Beirut (USA) und Arcade Fire (Kanada). Zusätzlich gab es 2017 eine Nightline im Brucknerhaus-Foyer mit 1.200 Gästen.