Friedrich Schwarz vor einem Feld von Blausternen

© Hermann Wakolbinger

Chronik Oberösterreich
02/23/2020

Die ersten Blumen blühen

Weil es zu warum ist, schießen die ersten Blumen aus dem Boden. Der Vorfrühling ist um zwei bis drei Wochen zu früh, sagt Friedrich Schwarz.

von Josef Ertl

Schneeglöckerl, Blausterne, Schlüsselblumen, Frühlingsknotenblumen, Zyklamen, Krokusse, Primeln, Bärlauch: Sie alle schießen im Botanischen Garten auf der Linzer Gugl bereits aus dem Boden und können von den Besuchern bewundert werden. „Es ist um zwei bis drei Wochen zu früh, weil es zu warm war“, sagt Garten-Chef Friedrich Schwarz. „Man nennt diese Phase, in der die ersten Blumen herauskommen, Vorfrühling. Sobald die ersten Wärmereize da sind und es in der Nacht keine zu starken Fröste mehr gibt, dann schieben sie aus dem Boden heraus.“


Angst vor Spätfrösten

Die Apfelbauern befürchten, dass sie im Frühling Schäden erleiden werden, wenn es später zu Nachtfrösten kommt. „Wenn es jetzt so warm bleibt, ist die größte Gefahr, dass die Gehölze in den Saft gehen und zum Antreiben anfangen. Wenn es dann nochmals friert, kommt es zu Frostschäden“, so Schwarz im Gespräch mit dem KURIER. „Ich bin immer froh, wenn es in der Nacht noch Minusgrade hat.“

Vegetation ist durcheinander

Die Klimaerwärmung ist für Schwarz unübersehbar. „Es verschieben sich die Jahreszeiten, der Frühling beginnt früher, die Vegetationszeit ist länger, bis in den November hinein, der Winter findet kaum mehr statt.“ Die Vegetation reagiere einerseits auf Temperaturen und andererseits auf die Tageslänge. Im Winter gebe es einfach auch weniger Licht. „Wir haben zwar jetzt Lichtmangel, aber relativ hohe Temperaturen, jetzt weiß die Vegetation nicht recht, was sie tun soll. Es gerät im Öko-System einiges in Unordnung. Da weiß auch die Wissenschaft noch zu wenig, wie sich das im Öko-System auswirkt.“ Die wärme- und trockenliebenden Pflanzen werden jedenfalls mehr, während jene, die den Frost, tiefe Temperaturen und Feuchtigkeit benötigen, das nicht aushalten.

 

Rhododendren sterben

Schwarz: „Es gibt zum Beispiel ein massives Problem mit Rhododendren (auch Alpenrose genannt). Da geht es allen botanischen Gärten in unseren Breiten gleich. Sie werden a la longue verschwinden, denn sie brauchen es kühl und feucht.“ Sie könnten aber in den Norden Europas ausweichen. Viele Pflanzen im Gebirge oder auch Insekten und Tiere könnten das aber nicht.

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