Vor fünf Jahren entstand das Universitätsklinikum.

© Kepler Universitätsklinikum

Chronik Oberösterreich
08/13/2020

Der Onkologie in Linz fehlen die Fachärzte

Für die Uni-Klinik eine schwierige Situation, aber "keine ungewöhnliche Fluktuation".

von Petra Stacher

Die Abteilung der Onkologie des Kepler Universitätsklinikums (KUK) hatte schon einmal gesündere Zeiten. Derzeit scheint sie etwas zu kränkeln: Vier Ärzte gingen ab. Der Abteilung gehen somit langsam die Fachärzte aus. Laut Geschäftsführer Franz Harnoncourt sei es zwar eine schwierige, aber „keine ungewöhnliche Fluktuation". Nicht alle teilen jedoch diese Meinung.

11,5 Ärzte arbeiten derzeit in der Onkologie-Abteilung des KUK in Linz – drei zu wenig. „Die Onkologie ist zwar groß, aber nicht übermäßig“, sagt Harnoncourt im KURIER-Gespräch. Zwei der Fachärzte seien in Pension gegangen, zwei weitere hätten sich um andere Stellen beworben – jeder einzelne fehle deshalb umso mehr.

Ersatz zu finden gestalte sich laut Harnoncourt schwierig: „Onkologische Fachärzte sind ein rares Gut. Für viele ist es attraktiv, in die Palliativ-Medizin zu wechseln.“ Zudem müssten Fachärzte am KUK zusätzlich im universitären Bereich performen können.

Dass darin die Problematik verborgen liegt – hat doch die Johannes Kepler Universität (JKU) mit Rektor Meinhard Lukas bei der Personalbesetzung  ein großes Wörtchen mitzureden – bestreitet Harnoncourt: „Hier gibt es überhaupt keine Schwierigkeiten“, sagt Harnoncourt. Auch Lukas bestätigt das: „Es ist zwar ein sehr umfangreicher Prozess. Wir binden in dieses Verfahren das KUK aber wesentlich ein.“

"Kommt nicht zur Ruhe"

Peter Binder, Landtagsabgeordneter und SPÖ-Gesundheitssprecher ortet jedoch Sand im Getriebe: „Am Anfang war es verständlich, dass wenn drei Krankenhäuser unterschiedlicher Struktur zusammengeführt werden, es wo kriselt, aber jetzt ist es fünf Jahre alt und es kommt nicht zur Ruhe.“

So sucht die KUK aktuell zudem einen ärztlichen und kaufmännischem Direktor. Auch in der HNO-Abteilung habe es eine ähnliche Situation wie in der Onkologie gegeben.

Es fehle laut Binder die Personalplanung. Problematisch sei dies in Anbetracht der Zukunft: „Am Klinikum dürfen nur so viele Assistenzärzte ausgebildet werden, wie es fertige Fachärzte gibt“, sagt Binder. Es gingen somit künftige Ärzte verloren.

Immerhin hat das KUK nun für die Onkologie zwei Kandidaten in Aussicht. Zudem zittern heute, Freitag, etwa 1.800 Personen beim medizinischen Aufnahmetest für die 240 Plätze an der Linzer Fakultät. „Wir müssen nun schauen, dass wir jene Leute für die Onkologie gewinnen, die forschen und versorgen wollen“, sagt Lukas.

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